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Littre, Pritchard, Layard und mehreren anderen namhafteMitarbeiter gestellt haben, so sind doch alle vereint nichtimstande, der unabsehbaren Reihe bahnbrechender Geisternahe zu kommen, in welche wir nur hineinzugreifen brauchen,um mit vollen Händen deutsche Namen erster Größe her-auszuziehen, wie die Fr. A. Wolf, Otfried Müller , Nie-buhr, Thiersch, Böckh, Bopp, Grimm, Lachmann, Welcker,Humboldt, Diez, Pfeiffer, Mommsen, Lepsius, Max Müller u. a. Diese herrliche Sprachwissenschaft, welche ein Ecksteinder Psychologie und die Blüte der Philosophie, welche dasFundament der gesamten Altertumskunde und Ethnographiegeworden ist, der wahre Mikrokosmus der menschlichenNaturgeschichte, weil sie am Jntersektionspunkt aller Physi-schen und intellektuellen Entwicklungsstufen und Thätig-keiten liegt, dieser wunderbare, noch im rüstigsten Aufstrebenbegriffene Bau, dessen Meisterschaft aller Orten der deutschenGelehrsamkeit zuerkannt wird, charakterisiert sich aber vorallem dadurch, daß die Jünger sich nicht von totem Wissen,sondern vom lebendigen Schauen ernähren. Freilich wirdder 'gewaltige Fleiß der Studierstube stets die Grundlagealles Wissens bleiben müssen und der Schweiß der ein-samen Arbeit. Aber produktiv wird dieses Wissen erst,wenn es selbst deu Puls des Lebens in großen Weiten auf-spüren und verstehen lernt. Man denke an die oben-genannten Männer und was ihnen alles ans der Beob-achtung versiegter oder noch sprudelnder Quellen des Volks-lebens aufgegangen, wie ihr Wisseu mehr als geistig, mankann mit bestem Fuge sagen Poetisch, durchweht ist, sozwar, daß mit gutem Recht ein Dichter, wie Uhland, alsphilologischer Kollege Grimms genannt werden darf, undumgekehrt Grimm als poetischer Kollege Uhlands. Unddies ist es, was der Förderung unserer auswärtigen archäo-logischen Institute im höchsten Grade die Gunst der Nation
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