deutschen Parlamentarier gethan worden. Dieser verfügtüber alle Künste, aus denen die Kunst der Rede sich zu-sammensetzt, ich wüßte uicht eine, die ihm fehlte. Dazugehört auch etwas Koketterie. Ich denke nicht schlecht vonihr, sonst würde ich das nicht so offen sagen. Mit Maßnnd Geschmack einem Schatz von guten Gaben beigemischt,trägt sie zum Reiz des Verkehrs nicht nur unter den beidenverschiedenen Geschlechtern bei. Sie ist eine jener Würzen,die ihren Adel dadurch bekunden, daß sie nur in der aller-feinsten Qualität oder gar nicht genießbar sind. Nun istes gewiß schon ein Zug artigster Koketterie, wenn ein Mann,der die reichsten Lorbeeren in parlamentarischen Gefildengepflückt hat, von der verdummenden Luft der Parlameutespricht. Thut er das aber gar vor einer Galerie von an-geheiterten Journalisten, so ist er sicher, seinen Effekt aufsHöchste zu steigern, denn der Journalist ist dem Parla-mentarier im Innersten seiner Seele — sagen wir: nichtgerade hold. Beide Teile stehen in einem Verwandtschafts-verhältnis, sie sind auf einander angewiesen, aneinander-gekettet, und daraus erklärt sich, wie so oft, das bisseleFalschheit. Die Journalisten der Parlamente gar, die Be-richterstatter, die sitzen oben auf der Galerie und schauenauf uns herab und müssen — fragt mich nur nicht wie?— nachschreiben, was wir sagen. Will mans ihnen ver-denken, wenn sie den Kopf schütteln oder selbst fluchen?Und daß die Leute, welche einen so aus der Nähe beob-achten, mehr Dummheit sehen als andere, ist auch bekannt.Ob sie recht haben? ist ja eine andere Frage. Wenn sieunten säßen, würden sie es wohl auch nicht besser machen,besonders in einem deutschen Parlament. Denn kein Wesenmacht eine so alberne Figur, wie eines, das nur der Scheinvon dem ist, was es sein soll. Machtlosigkeit mit dem Scheinhoher Stellung verbunden ist ein trübselig Ding. Aber so
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