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dennoch könnte man sich zufrieden geben, wenn einstweilen,bis zu jener entfernten Zukunft, diese Wahrheit anerkanntwürde. Aber nicht in den Seminarien, denn bis sie ausdiesen wieder herauskäme, hätte der Hunger wohl die Ge-duld verloren. Ich schlage einen kürzeren Weg vor, einNotgesetz, wie man es in deutschen Landen zu machenpflegt, wenn die Gelehrten noch nicht einig sind über alleParagraphen einer für die Ewigkeit zu schaffenden Satzung.Dies Notgesetz würde lauten: „In den Ministerien soll ge-lehrt werden, daß der Mensch essen muß um zu leben, mitbesonderer Berücksichtigung der Grundsätze des Einmaleins."Auch in der Volksvertretung sind ja diese Wahrheiten zurZeit noch wenig bekannt, aber man kann ganz ruhig dar-über sein, daß, wenn erst die Minister dazu bekehrt wären,auch die Weisheit der Gesetzgeber ihnen nicht lange wider-stehen würde.
Wie wäre es, wenn bald nach Wiedereröffnung desReichstags der am besten dazu berufene Vertreter der ver-bündeten Regierungen etwa folgende Rede hielte:
„Meine Herren! Unter der Leitung des großenStaatsmannes, welchem wir die deutsche Einheit verdanken,haben wir vor etwas länger als zehn Jahren den Versuchgemacht, auch die Volkswirtschaft auf eine neue Grundlagezu stellen. Mit der Behauptung, daß zwei und zwei viersei, wurde damals in mutigem Anlauf gebrochen. Gewiß,der Gedanke war genial; er wäre es noch mehr gewesen,wenn er sich hätte durchführen lassen. Aber zu unseremBedauern haben wir immer mehr konstatieren müssen, daßdie Zeit für solche großartige Neuerung noch nicht reifwar; und wir schlagen Ihnen deshalb vor, wenigstens pro-visorischerweise wieder zum Einmaleins zurückzukehren. Umnur das Wichtigste anzuführen, hat sich z. B. folgendesherausgestellt: wenn jemand in Rußland oder Österreich