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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
Seite
371
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mit dem scharfen Schwert des Sozialistengesetzes hat manes versucht, den Schaden der Sozialdemokratie zu kurieren.Es ist nicht geglückt. Jetzt soll die Furcht vor dem höllischenFeuer zn Hilfe genommen werden. Hnocl mscUeg-msiitanorr sa.rlg.irt tsri^m sanat,, Hnod tsriirin noir sanat,iZnis SÄna-t.

II.

Am 12. März 1873, also noch vor den beiden Atten-taten, schrieb Kaiser Wilhelm I. an den Feldmarschallvon Roon:Diese Gottesleugnung geht Hand in Hand mitder Sozialdemokratie, und so sind wir mitten im Friedendahin gekommen, wohin die französische Revolution in derSchreckenszeit geriet, d. h. Gott abzuschaffen und dannwieder einzusetzen, obgleich letzteres unsere Gottesleugnernoch nicht thun!" Und am 26. Dezember:Wohin wirgekommen wären ohne den 2. Juni (Attentat Nobiling) istnicht zn berechnen, und wie ich es öffentlich ausgesprochen,will ich gern geblutet haben, wenn manchem die Augengeöffnet sind und wir zum Besseren steuern! Der Anfangist gemacht durch das neue Gesetz, aber uun muß noch dergelockerte Boden der Kirche befestigt werden."

Hier ist ein Programm fix und fertig. Nicht zu alleuZeiten hat die Gedankenverbindung zwischen Erhaltung derMonarchie und der Religion bestanden. Förmlich ausge-bildet ist sie erst seit den letzten hundert Jahren. Monarchenund Monarchien wurden von Verschwörern angegriffen undgestürzt, ohne daß die Gottlosigkeit dafür verantwortlich er-klärt worden wäre. Ja der hervorragendste Fall undvielleicht der einzige im Altertum, wo der Unglaube als einVerbrechen gegen die Staatserhaltung mit der Strafe desHochverrats geahndet wurde, ist in einer Republik vorge-

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