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Opfer verzehrt. Nicht nur eine Menge schwindelhaft ange-priesener Gesellschaften nahmen den Leichtgläubigen dasGeld aus der Tasche, sondern da, wo wirklich etwas zuholen war, setzte greuliche Mißwirtschaft ein. Abenteurer,die uie einen Schacht gesehen hatten, ernannten sich zntechnischen Direktoren, und andere, die einiges verstanden,benutzten ihre Kenntnisse, um das Publikum mit falschenEffekten zu blenden. Eines der beliebtesten Kunststücke war,den Goldlagern „die Augen auszustechen", d. h. einzelneseltene Kerne reinen Metalls (nnMsts) auszubohren undsie als maßgebend für ganze Lagerungen den künftigenGewinnberechnnngen zu Grunde zu legen. So kam es indiesem Spiel vorerst zu eiuem Krach, an dem namentlichin England ziemlich viel Geld verloren wurde. Aber dieSchuld lag nur an dem Leichtsinn der Menschen, nicht ander Sache. Um Hilfe zu schaffen, rief man mehr uudmehr ernste Männer von Fach herbei, und nun zeigte sichbald, daß man im Anfang die neu entdeckten Gefilde nichtüberschätzt, sondern unterschätzt hatte. Selten hat sich einBetricbsfeld in solcher Progression entwickelt. Im Jahr1888 betrug die Ausbeute des Randes nicht mehr als 7173Kilo Gold, 1890 schon über das Doppelte, im Jahr 1893das Siebenfache, 1894 das Neunfache — oder, mit gemein-verständlichen Zahlen, im Jahr 1888 wurde für etwa 16Millionen Gold gefördert, im Jahre 1894 für 145 Millionen.Die Zahlen für 1895, welche wir bis Ende August besitzen,sichern eine weitere Steigerung. Man kann das Endresultatdes Jahres auf 166 Millionen Mark veranschlagen. Da-mit wäre der Rand allein in sieben Jahren von der unterstenStufe in die höchste der Gold produzierenden Regionenaufgerückt.
Ein so fabelhafter Aufschwung konnte sich nicht voll-ziehen, ohne daß zwei Bedingungen erfüllt wurden. Spe-