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punkte auszustellen vermochte. Vor drei Jahren schickte diepreußische Regierung einen sachkundigen Mann nach Süd-afrika, nm sich über den Einfluß, welchen die dortigenFunde auf den Goldvorrat der Welt haben würden, zuorientieren. Dieser Mann war der Bergrat Schmeißer.Man Hütte keinen glücklicheren Griff thun können. Dennes hat sich gezeigt, daß Herr Schmeißer mit der vollstenSachkenntnis eine Eigenschaft verbindet, die höchst seltenist bei denen, welche in der Erde verborgene Schätze zu ver-anschlagen haben: eine große Nüchternheit nnd Mäßigung.Es steht heute fest, daß die Grenzen, welche Herr Schmeißerseinen Abschätzungen der Goldlager gezogen hat, durch dieThatsachen bereits überschritten sind. Darum uennt manin allen Weltteilen jetzt seinen Namen als den, auf denman sich am sichersten verlassen kann. Eben ist er ansdem Weg nach Westaustralien, um dies neue Eldoradoseiner kritischen Prüfung zu unterwerfen.
Aber auch seiue bescheidenen Voranschläge kamen schonvor zwei Jahren auf imposante Zahlen hinaus. Der Vor-sichtigste rechnet beim Witwatersrand auf einen Goldvorratvon mehr als vier Milliarden und eine Vetriebsperiode vonfünfundzwanzig Jahren; ein zweiter, weniger skeptischer Vor-anschlag kommt auf siebeu Milliarden und vierzig Jahrehinaus. Wie ängstlich diese Schätzungen sind, mag mandaraus entnehmen, daß andere vorliegen, die viel weitergehen. Nimmt man hinzu, was im übrigen Südafrika undin anderen Weltteilen jetzt in Angriff genommen wird undmit welchen Mitteln, so leuchtet ein, daß wir vor einerEntwicklung stehen, die man sich hüten muß, mit demsengenden Strohfeuer einer wilden Spekulation in imaginärenWerten zu verwechseln. Die Goldvermehrung dürfte inSüdafrika bald die Nebensache werden. Man weiß, wiesich Kalifornien erst durch ihreu Anstoß erhoben hat. Sind