Vor fünfunSzwanzLg Jahren/)
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^!och einmal werden diese Tage der Rückschau in dasVergangene und Gewordene zu Betrachtungen rufen. Aber-mals wird die Bilanz gezogen werden zwischen Ehemalsund Jetzt. Soviel an diesem auszusetzen, jenem werdenwenig Thränen nachgeweint werden. Trotz allem, was dasDeutsche Reich an Blütenträumen nicht gereift hat, denDeutschen Bundestag und feine Herrlichkeit können doch nurNarren zurückwünschen.
Vielleicht wird auch die Frage von neuem hin undher gewogen, wessen Verdienst es sei, daß es — viel oderwenig besser geworden, als vor fünfundzwanzig Jahren;wessen Schuld, daß es nicht so gut geworden, wie es hättewerden können.
Nicht die Fülle dieser Abwägungen und der sich daranreihenden Kontroversen soll hier vermehrt werden. Jüngstkam mir die Lust, auch einmal eine stille Stunde der Er-innerung zu feiern, und zum ersten Mal nach einem Viertel-jahrhundert schlug ich die Blätter wieder auf, in denen ich
*) Aus der „Nation" vom 18. und 25. Januar und 1. Februar 1896aus Anlaß des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums der Gründung desDeutschen Reichs.
Ludwig Bamberger's Ges. Schriften. I. c>>?