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in Homburg in der Pfalz lag. Es geschah am 8. August.Bismarck übergab mir zur Veröffentlichuug Kopien deseigenhändigen Schreibens und geheimen Vertragsentwurfsvon Benedetti vom 5. August 1866, woriu von Vichy ausfür Frankreich ein Stück Rheinpreußen, Rheinbayern undRheinhessen verlaugt wird. Bismarck erzählte mir dazuEinzelheiten, wie z. B. Benedetti sich geäußert habe: si rwn,o'sst lg, Ausrrs. Bismarck stellte ihm vor, das sei doch zuunsinnig, worauf Benedetti erwiderte: si iron, o'sst ls,xerts cks Is, ck^astis.
Die Tage vom 14. bis zum 20. August, die ich imHauptquartier zu Pont-g-Monsson verbrachte, gehörten mehrdem großen Eindrucke der blutigen Ereignisse, die sich uuterunseren Augen abspielten. Doch alsbald traten auch diePolitischen Aufgaben wieder in den Vordergrund. Mit derNotwendigkeit, die besetzten Gebiete in eine gewisse Ordnungzu bringen, sprangen auch alle die Fragen wieder auf,welche sich um die spätere definitive Erwerbung neuerProvinzen und ihr Verhältnis zu Deutschland und desseneinzelnen Dynastien gruppieren sollten. Es tauchten dieverschiedensten Kombinationen auf, die ich natürlich hierübergehe. Am selben 23. August ging ich des Abendsmit dem Grafen Reuard auf Bismarcks Wunsch nach Naney.Mir war der Anlaß willkommen, mich wieder deutschemBoden zu nähern. Von den Greueln des Krieges hatteich genug gesehen, im Lager war für die inneren deutschenAngelegenheiten vorerst uichts mehr zu thun, und diepolitischen Freuude hatteu sich an die Arbeit gemacht, beiden süddeutschen Regierungen für die Herstellung des Reichszu wirken. Einige Tage darauf wurde ich durch Telegrammersucht, mit Herrn von Kühlwetter nach dem Elsaß zn gehen.Straßburg war noch belagert, deswegen vorläufig Hagenauzum Sitz der Regierung erwählt. Am 27. traf ich daselbst