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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
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ob rote, blaue oder schimmelgraue sei ihm ganz einerlei, dieFrage werde nur sein, mit wem einen Frieden schließen,wenn das Kaisertum besiegt sei. So zutreffend scharf saher schon damals die künftige Entwicklung der Dinge; sürdie Presse wünscht er ganz besonders, daß die bayerischenTruppen gelobt werden.

Diese kluge Bedachtsamkeit auf Schonung, nicht aufReizung zweifelhafter Elemente, hatte ich im Lauf derDinge uoch öfter zu bemerken Gelegenheit; sie bildete dasGegenstück zu rücksichtsloser Energie, wenn es geratenschien, gewaltsam zuzugreifen. So finde ich ein interessantesGespräch vom 23. August, also schon nach den Erfolgenbei Metz, iu Pont-s.-Monsson. Bismarck war beunruhigtüber Oesterreichs Rüstuugeu, die sehr ernst zu werden schienen.Er schickte mir durch Herrn von Keudell einen Bericht desMajors von Brandt aus Wieu vom 19. mit allen Details.Dabei zeigte er mir einen Artikel aus einer deutscheu Zeitung,worin über Beust und Andrassy Hohn ergossen ward, daßsie jetzt zurückwichen. Bismarck war darüber sehr unwilligund sagte: wenn sie wirklich auf dem Wege sind, zurückzu-weichen, so soll man sie nicht provozieren, sondern durchgute Worte darin bestärken. Bald in dieser, bald in jenerRichtung erhielt ich sast täglich meine Instruktionen für dieBehandlung der Dinge in der Presse. Meine Hauptver-bindungen waren mit derKölnischen Zeitung " und mit derMainzeitung" in Darmstadt , die mein jüngerer FreundFritz Dernbnrg redigierte. Durch die geistreiche und schlag-fertige Opposition, welche er von lange her darin demMinisterium Dalwigk machte, hatte er das kleine Blatt zueinem über den engen Kreis des hessischen Großherzog-tums hinaus wirkenden Organ erhoben. Die interessantesteEnthüllung, welche mir anvertraut wurde, siel gleich inden Anfang unseres Auszugs, als das Hauptquartier noch