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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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selbst". Fauler, welcher zugleich Reichstagsabgeordneter war,stand in besonders intimem Verhältnis zu Lasker, der sich,wie aus seinen in derDeutschen Revue" *) abgedrucktenBriefen bekannt ist, ganz besonders der Aufgabe gewidmethatte, bei den süddeutschen Regierungen für die Beseitigungder Mainlinie und das Znstandekommen einer deutschenReichsverfassung wirksam einzugreifen. Vereint mit Forcken-beck, Bennigsen, Stauffenberg, Marquard - Barth, Kiefer,Hölder und anderen einflußreichen Abgeordneten, besondersdes Südens, begab er sich nach Baden , Württemberg uudBayern und trat mit den Ministern in persönliche Verbin-dung. Ich selbst blieb mit diesen Kollegen und Freundenauch in lebhaftem, teils mündlichem, teils brieflichem Ver-kehr. Ich hatte mich seit der Rückkehr aus dem Haupt-quartier zuerst in Baden-Baden und dann in Heidelberg niedergelassen, von wo ich auch mit der inzwischen nachVersailles vorgerückten Umgebung des Kanzlers durch dendie Korrespondenz führenden Moritz Busch in Berührungblieb. Am 27. Oktober erhielt ich von diesem einen Brief,daß es dem Kanzler erwünscht sei, wenn ich nach Versailleskäme. Natürlich folgte ich diesem Rufe. Am selben Tagemachte ich mich auf den Weg. Es war eine abenteuerlicheund mühevolle Reise, die meine schon damals nicht geradefür den Felddienst qualifizierte körperliche Widerstandskraftauf eine schwere Probe stellte. Aber die Aufregung halfalle Schwierigkeiten mit einer Elastizität überwinden, derenich mich nicht mehr fähig gehalten hätte. Gleich am erstenAbende begannen die Hindernisse. Als ich von der badi-schen Seite über die Kehler Brücke mit dem Wagen nachStraßburg hineinfahren wollte, war der Rhein durch plötz-lich eingetretene Regengüsse so angeschwollen, daß ein Jvch

5) Von den Monaten April und folgenden 1892.

Ludwig Bambergcr's Gcs. Schriften. I.

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