Verstand und die Tatkraft des Mannes, das Gefühl und denGeschmack des Weibes. In der Familie erlernt der Mensch dieGrundzüge allen sozialen Daseins: Freiheit und Gemeinschaftin der Gleichberechtigung der Gatten, in der Unterordnungder Kinder unter die Autorität der Eltern, in der Erziehungvom Gehorsam zur Freiheit, die in der Freundschaft zwischenEltern und erwachsenen Kindern mündet. Über den natür-lichen und daher unvermeidlichen Gegensatz der Generationenhinaus kann der alternde Vater seinen besten Freund imvoll befreiten und unabhängigen Sohne finden. Um so leichterund freudiger ergreift der Enkel die Hand der Großeltern.
7. Der materialistische und utilistische Zeitgeist zerbröckeltdie Familie, entweiblicht die Frau, entwürdigt den Eros; erverewigt die Sexualnot unserer Tage und endet im Rassen-selbstmord. Nur auf den Glauben an das Gute, das wirGott nennen, ist jene körperliche und seelische Wie-dergeburt zu gründen, deren Kernpunkt im Sexusbeschlossen ist. Dann wird die Ehe zur Lebensgemeinschaft,welche über das irdische Leben hinaus die Gatten für ihreGotteskindschaft gegenseitig verantwortlich macht. Wie ofthaben fromme Frauen und Mütter durch Gebet und Wandelihre Männer und Söhne zu Gott geführt. Der Lebenserneuererwünscht der Ehe ihren sakramentalen Charakter zurückzugeben,ohne die Trennung unwahrer und unwürdiger Ehen abzulehnen.Diese Hochehe der Zukunft soll körperliches und see-lisches Wesen verschmelzen, um es zum Göttlichen empor-zuheben. Sie soll durch Fortpflanzung dem Volkstum dienen,weil dieses gottgewollte Werte versichtbart. Ehe und Volkstumbedürfen der religiösen Weihe nirgends mehr als in Deutsch-land , weil sich hier der Zusammenbruch überlieferter Gebun-denheiten am jähesten und verhängnisvollsten vollzog.
*
Ohne uns im Nebelheim der Utopie zu verlieren, werfen wireinen nüchternen Blick auf unsere bevölkerungspoliti-schen Möglichkeiten. Deutschlands Nahrungsspiel-
101