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dort seinen Wochenbedarf zu kaufen 1 , wie er ein- bis zweimalwöchentlich sein Gespinst auf der Börse von Manchester ver-kauft. Zinsverluste fallen damit hinweg uud das erforderlicheBetriebskapital wird verkleinert. Nur bei aufsergewöhnlichgünstigen Baumwollpreisen kauft er Vorrat. Diese Entwick-lung der Zahlungsverhältnisse hat einen weiteren Vorteil fürden englischen Spinner; da die Börsenpreise für Garn denBaumwollpreisen gewöhnlich folgen, so leidet er um so wenigerunter den Preisschwankungen der Baumwolle, je näher derKauf des Rohstoffs und der Verkauf des Gespinstes zeitlichzusammenliegen.
Voraussetzung für diese Ordnung der Produktion ist dieBörse von Manchester , welche die Garnpreise für die Weltfestsetzt 2 . Der Spinner hat seinen Kunden nicht zu suchen,sondern er kann sein Erzeugnis täglich zu Börsenpreisen inbar umsetzen. Die Spinner verkaufen teils selbst, teils be-dienen sie sich der Agenten. Barzahlung oder kurze Frist ist dasvorherrschende. Käufer sind der Weber oder der Exporteur.Der Agent erhält für die Vermittlung des Geschäftes eine ein-fache Kommission, in welchem Falle er dem Spinner denNamen des Käufers mitteilt und der Spinner alle Gefahrenträgt. Ähnlich ist das Verhältnis, wenn der Agent auf einfestes Gehalt gestellt ist. Häufiger ist jedoch heute, dafs derAgent für del credere steht, in welchem Fall er gegen erhöhteProvision alle Gefahr trägt und, da der Spinner häufig über-haupt nicht den Namen der dritten Partei erfährt, thatsächlichals Selbstkäufer auftritt. In diesem Falle bezahlt der Agent