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nehmergewinn, wie oben erörtert, zwiespältiger Natur und teilsder einen teils der anderen Kategorie zuzurechnen ist. Indemwir auf ihn unten noch zurückkommen, stellen wir zunächstfür die grofsindustrielle Entwicklung fest, dafs innerhalb einesgegebenen Produktes, z. B. 1 lb. Garn, 1 Elle Gewebe,1 Tonne Eisen, der auf die Arbeit wie der auf das Kapitalkommende Betrag dauernd abnimmt: die Kosten der Arbeit,weil diese fortschreitend durch Kapital ersetzt wird, die Kostendes Kapitals, weil durch die technischen Fortschritte dasgleiche Kapital immer produktiver, durch die Fortschritte derVolkswirtschaft immer billiger wird. Den Vorteil hat derärmere Konsument, der Arbeiter, für den diese Verbilligungder volkswirtschaftlichen Güter gleich Lohnsteigerung wirkt.
Aber, müssen wir weiterfragen, nehmen die auf Arbeitund Kapital kommenden Beträge in gleichem Verhältnis ab?Oder verschiebt die grofsindustrielle Entwicklung das Ver-hältnis, sodafs innerhalb eines bestimmten Produktes die aufbeide Posten kommenden Beträge zwar absolut abnehmen,aber der eine dem anderen gegenüber relativ zunimmt? DieAntwort auf diese Frage giebt bereits folgende Überlegung.Ein gleiches Kapital produziert auf Grund der technischen Fort-schritte heute mehr als vor 50 Jahren; trotzdem ist der vondem Kapital erwartete Zins und Gewinn gleichgeblieben odersogar herabgegangen, das Plus mufs also auf die Arbeit ge-kommen sein.
Einsicht in die Gründe dieses Verhältnisses gewährt jeneroben behandelte Ersatz der Arbeit durch Kapital in derBaum Wollindustrie.
Ein Kapital von 20 M. produziere ein Gut A.; damit15 0, o Zins und Gewinn gedeckt sind, müssen 3 sh. von demVerkaufspreise dem Kapital gegeben werden. In 30 Jahrenproduziere dasselbe Kapital 6 A; um 15°/o zu ergeben, ist