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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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mindestens einmal gegessen; daneben spielen Kartoffeln, Kaffee,Gemüse etc. nur die Rolle der Zuthat.

Der Mann und vier von den Kindern arbeiten in derFabrik, der Mann als Mulespinner, die beiden ältesten Knabenals Andreher (piecers), die beiden ältesten Mädchen in denYorspinnräumen. Die Arbeitszeit beträgt 56 1 /2 Stundenwöchentlich für Vater wie Kinder. Der Wochenverdienst desMannes erreicht 40 sh., da aber nur 49 50 Wochen desJahres auf Arbeit zu rechnen sind, wurde der Jahresver-dienst auf 98 £ angeschlagen. Der Jahresverdienst derKinder beträgt 92 £ 19 sh. 3 d. Da die Frau und diejüngeren Kinder nichts verdienen, so beträgt demnach dasEinkommen der Familie aus Löhnen 190 £ 19 sh. 3 d.(3819 Mk.) Die Löhne von Vater und Kindern flielsen, wiedies überhaupt in Nordengland üblich ist, zusammen in dieFamilienkasse ein Umstand, der um so mehr die hoheLebenshaltung jener Arbeiterbevölkerung mit bedingt, alsnicht allzu früh geheiratet wird. Neben der bezeichnetenEinnahme findet sich sodann eine solche aus Ersparnissen undGenossenschaftsdividenden, im Betrage von 15 £ jährlich.Das Gesamteinkommen beträgt also 206 £ (4120 M.).

Der Mann ist Mitglied der Genossenschaft von Oldhamund des Gewerkvereins der Mulespinner, welcher über ganzLancashire sich ausdehnt. In dem Genossenschaftsladen werdensämtliche Einkäufe besorgt, nicht nur an Nahrungsmitteln,sondern auch an Kleidern etc. An den Gewerkverein Avirdwöchentlich 1 sh. bezahlt; da dieser Verein aber lediglich beiArbeitslosigkeit Unterstützung gewährt (13 sh., im Falle desStrikes 15 sh. wöchentlich), so sind Mann und Frau noch ineiner Friendly society gegen Krankheit versichert, wofür siewöchentlich 5 d. zahlen und im Krankheitsfall 8 sh. die Wocheerhalten. Auch die arbeitenden Kinder sind in ähnlichen