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So ausgerüstet begab ich mich nach Nordengland ; dortaber wurde mir sogleich klar, dafs nur durch die Organi-sationen der Arbeiter auch für diesen Zweck an den einzelnenheranzukommen sei. — Kein Schade für die Untersuchung,da Genossenschaften wie Gewerkvereine bei weitem den gröfserenTeil der gelernten Arbeiter in jenen Bezirken umschliefsenÄltere Beziehungen ebneten meinen Weg. Die meisten dervon mir aufgestellten Arbeiterbudgets wurden von den Ge-nossenschaftsorganen nachgeprüft, welche hierfür um so ge-eigneter waren, als der Arbeiter in Lancashire alle Lebens-bedürfnisse durch die Genossenschaft deckt. Zu besonderemDanke bin ich Herrn J. C. Gray, dem Generalsekretär derCoop. Union zu Manchester , verpflichtet.
Ich greife vorliegend den Vertreter jener grofsen IndustrieLancashires heraus: den Mulespinner. Die beiden Spinner,welche ich wählte, befinden sich in der jener Arbeiterklassedurchschnittlich eigenen Lage — ein Durchschnitt, von demAbweichungen um so geringer sind, als in dem Hauptspinn-bezirke alle Spinnereien genau dieselben Löhne auf Grundder mit den Arbeitern vereinbarten Lohnliste zahlen.
Der Mann ist 42 Jahr alt, seine Frau 41 Jahr; sie haben7 Kinder, 8 Knaben im Alter von 9, 16, 18 Jahren und 4Mädchen im Alter von 3, 6, 12, 14 Jahren. Die Familiebewohnt ein Haus in einer der Vorstädte Oldhams. DieWohnuüg, an welcher verhältnismäfsig gespart wird, bestehtaus zwei Stuben zu ebner Erde (5 — 4 i; 2 yards, 4—4 1 /l> yards),einer hinten an das Haus angebauten Küche, einem kleinenKeller und zwei Schlafkammern eine Treppe hoch. Die Mietebeträgt 4 sh. wöchentlich. Auf meine Frage, was die vor-nehmliche Nahrung der Familie bilde, gab der Mann die fürden nordenglischen Arbeiter bezeichnende Antwort: Weizen-brot und Fleisch; Fleisch, zumeist Rindfleisch, wird täglich