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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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bildung dieses wichtigen Zwischengliedes zwischen Fabrikantenund Konsumenten gemacht 1 . Im Elsafs hat sich aus franzö-sischer Zeit ein den Absatz vermittelnder Kommissionär er-halten 2 , welcher auch in England den Übergang zum Gros-sisten bildete. In Norddeutschland treten vielfach Exporteureals Selbstkäufer auf, wie andrerseits grofse heimische Häuserdie Verteilung auf dem innern Markt vielfach zu besorgen an-fingen. So strebt die deutsche Industrie jener weit fortgeschrittenenArbeitsteilung zu, welche sich auch in England nur allmählichund nicht ohne Schwierigkeiten für den einzelnen entwickelthat. Ohne Nachfolge insbesondere auf dem Gebiet der kommer-ziellen Organisation dürfte Mitbewerb auf offenen Märkten un-möglich sein.

Gerade der Vergleich mit deutschen Verhältnissen aberzeigt, wie die englische Entwicklung, die wir schilderten, nichtsausnahmsweises ist, sondern vielmehr die folgerichtige Aus-bildung des Wesens der Grofsindustrie selbst unter dem Druckedes Weltmarktes. Eine zusammengefafste und arbeitsgeteilteIndustrie ist auf dem Weltmarkt der zersplitterten schlechthinüberlegen.

Als erste Entwicklungstendenz der Grofsindustrie kannman demnach aufstellen: Streben nach Zusammenfassungund Arbeitsteilung (Integrierung und Differenzierung).

II. Ersatz von Rohstoff und Arbeit durch Kapital.

A. Die Spinnerei.

Wenn man Rohstoff, Arbeit und Kapital als die wichtigstenProduktionselemente ansieht, so vollziehen sich die Fortschritte

1 Protokolle, bes. 51, 206 ff., 248, 360, 410, 477.

2 Im Elsafs bestand vor dem Kriege ein Gewebemarkt, aufwelchem die Hauptartikel börsenmäfsigen Kurs hatten; derselbe istseitdem eingegangen und gerade die Elsässer scheinen vielfach denDetaillisten aufzusuchen. Bericht S. 100 u. 101. Protokolle S. 314,351.