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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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zeit beträgt wenig über 9 Stunden gegen 11 bis IF/2 inDeutschland x .

(Siehe Tabelle 138, 139.)

Die Weberei.

Ahnlich wie die Fortschritte der Spinnerei waren die derWeberei. Vor dem Committee on Manufactures 3 1834 hattendie Baum wollfabrikanten gemeint: die Hand web er ei sei imWachsen und müsse wachsen, solange der britische Handelzunehme. Insbesondere hatten so die Fabrikanten Boltonsgesprochen, welches damals der Mittelpunkt der Weberei war.

Trotz aller entgegengesetzten Prophezeiungen ist dieHandweberei für Baumwolle wenigstens in England heutethatsächlich ausgestorben. Nicht ohne Schwierigkeit da inManchester selbst die gröfsten Händler in Baumwollgewebenvon ihnen nichts mehr wufsten habe ich noch Haus-weber in Lancashire aufgefunden. Es sei diesen letzten ihresStammes hier ein Wort gewidmet. Wenn die Todeskämpfeder Hausweberei in trauriger Weise sich oft durch Jahr-zehnte hinziehen, so ist ihr Tod selbst ein verhältnismäfsigleichter.

Ein grofser Teil der Arbeitervorstädte Boltons setzt sichheute noch aus jenen Häusern zusammen, welche im Anfangdes Jahrhunderts für die Handweber gebaut waren: Kellerzum Weben, zu beiden Seiten durch eine ununterbrocheneReihe von Fenstern erhellt, darüber die Wohnräume durcheine aufsen am Hause angebrachte Treppe zugänglich, bald

1 55 Stunden die Woche gehen allgemein in England die Spinn-maschinen; 56'/2 Stunden erlaubt das Fabrikgesetz, wovon IV2 Stundenzum Putzen der Maschine verwendet werden. Die Novelle zur deutschenGewerbeordnung kürzt die Arbeitszeit auf 65 ah, da von denerlaubten 66 Stunden eine zum Putzen benötigt wird.

2 a. a. 0. 1212.