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Einleitung.
In welchem Verhältnis steht der wirtschaftliche Fortschrittzum Fortschritt der arbeitenden Klassen, welches ist die Be-deutung der hohen oder niedern Lebenshaltung der Massenfür die wirtschaftliche Machtentfaltung einer Nation? DieseFragen sind seit lange der Gegenstand der Kontroverse. Indem Für und Wider der Meinungen ist jedoch eine Entwick-lung wahrzunehmen: die eine Ansicht wird ursprünglich nurvon wenigen bekämpft; später wird sie von der Wissenschaftallgemein verworfen und fast allgemein die entgegengesetzteMeinung angenommen, während nur von wenigen, insbe-sondere Praktikern wirtschaftlich zurückgebliebener Länderund Gewerbe, die frühere Ansicht noch festgehalten und ver-teidigt wird.
Die Streitfrage nimmt zu verschiedenen Zeiten einen ver-schiedenen Ausdruck an. Solange die Löhne noch gewohn-heitsmäfsig feststanden, war das Schwanken der Getreidepreisedas für die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen entschei-dende Moment. Man fragte daher, ob hohe oder niedereLebensmittelpreise für die Wirtschaftsentwicklung eines Volkesförderlich seien, woran sich in England die weitere Frageknüpfte, ob der Staat durch gesetzliche Mafsregeln, insbe-sondere Ausfuhrprämien auf Getreide, die Lebensmittelpreise
v. Schulze-Gävernitz, Der Grofshetrieb. 1
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