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schlagend sind ferner die vom deutschen Hochstift für Frank-furt a. M. herausgegebenen Arbeiterbudgets. In der Thatergeben diese Untersuchungen, wie solche, welche ich inSachsen anstellte, dafs nicht nur bei den Arbeitern der deut-schen Hausindustrie, sondern auch bei denen eines bedeutendenTeils der Grofsindustrie die Löhne ausschliefslich zur Ernährung-verwandt werden müssen.
Besäfsen die Massen in Deutschland dieselbe Konsum-tionskraft wie in den Vereinigten Staaten oder in England , sokönnte Deutschland mehr als den doppelten Betrag seiner ge-samten Ausfuhr an Textilwaren im Inlande unterbringen 1 .Deutschland steht auch in dieser Hinsicht auf der Stufe derwirtschaftlichen Entwicklung, die England in den dreifsigerJahren einnahm. Der Ersatz der Arbeit durch die Maschineist noch verhältnismäfsig gering und damit ermangelt Deutsch-land auch noch jenes ebenso leistungs- wie konsumtionsfähigenArbeiters, wie er heute die Stärke Englands ausmacht. Infolgedessen hat auch der Landmann für die Produkte des Garten-und Spatenbaus noch nicht den Absatz, der ihn selbst zueinem zahlungsfähigen Abnehmer der Grofsindustrie machte.
IV. Vergleich der Produktionskosten zwischen England und Deutschland .
Der entstehende Weltmarkt hat den modernen Grofs-betrieb zunächst in der Baumwollindustrie hervorgebracht.Aber ihr sind zahlreiche andere Gewerbe gefolgt, insbesonderedie Eisenindustrie, der Maschinenbau und der Schiffsbau, so-dafs heute die englische Volkswirtschaft einen grofsindustriellenCharakter trägt. Diese Entwicklung war ausgegangen aufGrund bestimmter geschichtlicher Verhältnisse von gewissennatürlichen Vorzügen Englands . Aber letztere als feststehendeElemente mufsten bei der fortschreitenden Verbilligung der
1 Vergl. Schönhof, Industrial Situation. New-York 1885. S. 54—56.