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Besonders wichtig ist die Konsumtionskraft der Massen fürdie Textilindustrie. Die Entwicklung des Verbrauchs vonBaumwollwaren geben folgende Zahlen.
Verbrauch an Baumwo 11 waren in England ,in 1000 £ in 1000 lbs. per Kopf
1820 13044 35 620 1,5 U 1 sh.
1885 25 960 201800 5,3 „ 1,55 sh.28 217 \inklus. Import. /
Die Zahlen ergeben eine bedeutende Steigerung des Kon-sums und bieten zugleich ein Bild der Verbilligung der Baum-wollwaren. Die Berechnung des Verbrauchs der anderenTextilstoffe begegnet gewissen Schwierigkeiten (z. B. der Un-sicherheit des Quantums der in England selbst produzierten Roh-wolle). Es sei daher auf die unten mitgeteilten Arbeiterbudgetsverwiesen, aus denen eine ausferordentliche Konsumtionsfähig-keit hervorgeht. Wir werden dort bei einzelnen Familien derBaumwollarbeiter Lancashires, welche keineswegs Ausnahms-fälle darstellen, Jahresausgaben für Bekleidung treffen, welchedas Gesamteinkommen eines erwachsenen männlichen Arbeitersder deutschen Textilindustrie erreichen, ja übertreffen.
Mit Recht erblicken die deutschen Industriellen vor derEnquetekommission in der geringeren Konsumtionsfähigkeitder deutschen Arbeiter einen Nachtheil gegenüber Eng-land . In der That ergeben zahlreiche Untersuchungen derletzten Jahre, dafs überhaupt nur die oberste Schicht der ge-werblichen Arbeiter Deutschlands Bekleidungsgegenstände neukauft 1 . Die Belege hierfür fafst Herkner zusammen. Besonders
im Gegensatz zu Roggen Gemüsezukost; Weizen enthält nicht nur mehrNährwerte, sondern ist auch leichter assimilierbar; daher ist Gemüsenotwendig, um dem Verdauungsapparat Thätigkeit zu geben.
1 Die sociale Lage der Fabrikarbeiter in Mannheim. Karlsruhe 1891. S. 245, 250. Herkner, Die sociale Reform, ein Gebot des wirt-schaftlichen Fortschritts. Leipzig. 1891. S. 55.
v. S cliulze-Gä vernitz, Der Grofsbetrieb. 13