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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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glied eines geselligen Klubs und hält aufser dem Fachblatt,der Times der Baumwollfabrik, einem unpolitischen Blatte, <als Angehöriger einer Sekte eine liberale Zeitung. Solangedie Kinder noch nicht arbeiteten, war die Familie teilweiseauf Ersparnisse angewiesen, welche beide Gatten vor derVerheiratung gemacht hatten. Die Frau hat nämlich seit demersten Wochenbett zu arbeiten aufgehört. Seitdem die Mädchenauf Arbeit gehen, sind die jährlichen Ersparnisse beträcht-liche : ihr Zweck ist, den Eltern das Alter zu sichern und denKindern in die Ehe etwas mitzugeben. Der Mann ist, wiebemerkt, eifriges Mitglied der Unitarier, jener Sekte, welchein Hyde durch die Ashtons eingeführt wurde und der nichtwenige ihrer Arbeiter angehören. Da die jährlichen Ausgaben107 £ betragen, so ist eine Ersparnis von gegen 24 £ zuverzeichnen.

Die Budgets beider Familien stellen sich im einzelnenwie folgt. Ihr Interesse besteht darin, zu zeigen, wie dieGrofsindustrie, dort wo sie am ältesten und entwickeltsten ist,nichts weniger als Proletarier schafft. Vielmehr seheinen so-wohl an Lebenshaltung als insbesondere auch an Sparkraftneue Mittelklassen in der Entstehung.

Neben dem Spinner ist der Weber der Hauptvertreterder Baumwollindustrie Lancashires. Seine Lebenshaltung stehtder des Spinners nach. Männer und Frauen sind hier ingleicher Weise beschäftigt, jedoch selten verheiratete Frauen.Die Mädchen heiraten verhältnismäfsig spät und meist erst,wenn sie Ersparnisse gemacht haben, die ihnen ermöglichen,nach der Geburt des ersten Kindes die Fabrikarbeit auf-zugeben. Hieraus erklärt sich das lange Zusammenbleibender erwachsenen Familienglieder in gemeinsamem Haushalt.Wenn die Kinder heranwachsen und verdienen, beginnt fürdie Familie von neuem die Zeit der Ersparnisse.