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von Wiesen zum Bleichen gab den Bezirken an der nörd-lichen Wolga einen natürlichen Vorteil vor den Asiaten. 1Garelm setzt den Beginn der Färberei in Iwanowo um denAnfang des 18. Jahrhunderts.
Die Annahme westeuropäischer Technik setzte, wie aufdem Gebiete des Heerwesens, so auf dem des Gewerbes,die Russen in den Stand, ihre orientalischen Lehrmeister zuschlagen.
Um 1750 wurde aus der Manufaktur eines DeutschenNamens Leimann in Schlüsselburg zuerst ein dauerhafteresFärbverfahren nach Wladimir gebracht. 1772 fiel das Monopol,welches der merkantilistische Staat den Fabrikanten derHauptstadt für Kattundruck gegeben hatte; damit erst ent-wickelte sich eine lebhafte Auswanderung junger Bauernsöhneaus dem Wladimirschen nach Petersburg zur Lehre bei denDeutschen und die Rückwanderung gelernter Arbeiter in die Pro-vinz. Auch hier also wieder der Ubergang städtischer, staatlichüberwachter, vielfach in Händen von Ausländern befindlicherManufakturen in unregulierte, bäuerliche Kleinbetriebe, welcheoft zu gröfseren bäuerlichen Färbewerkstätten auswuchsen.An Stelle der bisherigen abwaschbaren Farben traten dauer-haftere, an Stelle des kalten Aufmalens der Farbe die innigereVerbindung des Gewebes mit dem Farbstoff durch Kochen.Eine weitere Vervollkommnung erfuhr der Kattundruck durchKriegsgefangene des Jahres 1812 — wahrscheinlich Elsässer.Gegenüber den Petersburger Konkurrenten war die geo-graphische und kommerzielle Beziehung mit den Asiaten einVorteil. 2 . Trotzdem war bis in die zwanziger und dreifsigerJahre unseres Jahrhunderts die Technik in Wladimir nochäufserst einfach. Man druckte noch allgemein mittelst hölzernerStempel, ja bediente sich daneben des Pinsels, wobei die alt-nationale Heiligenbildmalerei Anknüpfung bot. Solcher hoch-gelöhnter Handdrucker gab es in dem Dorfe Iwanowo damals
1 Vergl. den angeführten Bericht der Wladimirschen Land-schaft, S. 9.
2 Vergl. Garelin a. a. 0. I 142, 145, 200.
v. Schulze-Gae vernitz , Studien a. Rufsl. 6