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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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an siebentausend; der Mangel kostspieliger Technik erlaubtevielen von ihnen das Aufsteigen zu selbständigen Färbe-in ei stern

Die Gewebe, welche man färbte und druckte, wurdenzum Teil aus dem Orient importiert; während des ganzenvorigen Jahrhunderts scheint ein ziemlich reger Veredelungs-verkehr die Wolga hinauf und hinunter bestanden zu haben.Daneben verwandte man die oben geschilderten heimischenBaumwollgewebe.

Nach dem angeführten Buche von Garelin scheint diefärbende Hausgenossenschaft sich vielfach zur Machtstellungeines hausindustriellen Verlegers über ihre nur webendenNachbarn emporgeschwungen zu haben. Eng verknüpftmit dem kaufmännischen Absatz der fertigen Produkte, ent-wickelte sie in sich jenen psychologischen Umschwung, welcherdas Prinzip des gröfstmöglichen Gewinnes an die Stelle dergewohnheitsmäfsigen Produktionsverhältnisse setzt. Seit altersgalt es auf dem Gebiete des Handels für Recht, ohne Bindungdurch Sitte den eigenen Vorteil bis zum äufsersten zu ver-folgen. Leute, die mit dem Handel in Berührung standen,verpflanzten diese Anschauungsweise auf das Gebiet des Ge-werbes. Ihre Nachbarn im Produktionsprozesse, die nurgewohnheitsmäfsige Gewerbetreibende waren, fielen ihnen zumOpfer; zunächst gerieten sie in ein ökonomisches Abhängig-keitsverhältnis (Hausindustrie); aber bald führte der im Ge-werbe zur Herrschaft gelangte Handelsgeist zu dem Strebenmöglichster Verbilligung der Produktion selbst, damit zurtechnischen Revolution, zur Maschine.

Seit 1880 gingen die gröfseren der Färbereien Iwanowos,welche alle bäuerlichen Ursprungs waren, zum maschinellenCy lind er druck über, im Kampfe mit den gesteigertenLohnansprüchen der Handdrucker. Die hierzu erforderlichenMaschinen wurden zuerst durch Pferdekraft, später durchDampf bewegt. Zugleich erfolgte die Berufung von aus-ländischen Koloristen und Chemikern. Typisch für die Ver-

1 Vergl. Tugan-Baranowski a. a. 0. S. 213.