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allmählich zur Spinnerei und in letzter Linie auch zurmechanischen Weberei überging 1 . 1863 besafs diese Firmabereits über 21000 Spindeln. Im allgemeinen jedoch voll-zog sich dieser wichtigste Fortschritt nicht auf dem BodenWladimirs, sondern in Moskau . Wie einst den politischen, somufste jetzt Wladimir den gewerblichen Vorrang an Moskau abtreten.
Aber selbst ein Teil der in Wladimir altheimischenFärberei und Druckerei verschob sich nach dem wohnlicherenund westlicheren Moskau . Hier entstanden die technischhöchststehenden Betriebe, wie die von Titoff und Ztindel, miteinem Stabe von Elsässer Technikern und Vorarbeitern. Inihnen wurde zum erstenmale in Rufsland der Prozefs kontinuier-licher Bleiche angewandt. An dieser Stelle darf auch derName der Rabeneckschen Manufaktur nicht vergessen werden,welche, als die erste in Rufsland, Elberfelder Rotfärberei be-trieb. Diese Fabriken brachten unter dem Schutze hoherZölle und bei allerdings hohen Preislagen bald vorzüglicheLeistungen zuwege; bereits zur Zeit der Moskauer Gewerbe-ausstellung 1865 erregten letztere die gerechte Anerkennungeiner Abordnung der Manchester Handelskammer 2 . Die ge-wöhnliche Färberei und Druckerei dagegen hat noch heutezum grofsen Teil ihren Standort in Iwanowo beibehalten.
IV. Die Moskauer Spinnerei 3 .
Der Färber war dem Weber überlegen gewesen — einKaufmann dem Bauer. Seine Macht beruhte auf der Ver-bindung mit dem heimischen und dem asiatischen Markte.Aber ein Stärkerer trat auf die Bühne, der Ausländer, der mitdem europäisch-amerikanischen Markte verbunden, zugleich