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und Einfahrt bei Nr. 30 und nächstfolgenden Nummern Twist,während in England die Geschwindigkeit in diesen Fällen auf13—14 Sekunden zu schätzen ist. In Petersburg und Riga ,wo bereits die Spindel etwas weniger kostet, werden dieGeschwindigkeiten verringert. Also auch hier eine Art rück-läufiger Entwicklung.
Jedoch ist eine so weit getriebene Beschleunigung in Rufs-land nur bei groben Nummern möglich; bei feinen Nummernwürde wegen der Mangelhaftigkeit der Arbeit die Zahl derFadenbrüche allzusehr steigen. Während bei 30 Twist dieenglischen und russischen Geschwindigkeiten etwa gleichsind, hat England schon bei Nummer 40 einen beträchtlichenVorsprung. In Oldham läuft in diesem Falle der Selfactormit einer Geschwindigkeit von 13 Sekunden, in Russland fandich keinen Fall unter 20 Sekunden. Bei höheren Nummernwird dieser Unterschied immer klaffender, und damit dasSpinnen feiner Garne in Rufsland unrentabel.
Bei gewöhnlichen Baumwollgeweben gehen die Webstühlein Moskau und Wladimir sehr schnell, zwar nicht ganz soschnell wie in England , teilweise jedoch schneller als inDeutschland . Bei geringen Breiten von etwa 71—80 cm.(1—U/s Arschin) finden sich Schützenschläge von 200 bis215 die Minute — eine Zahl, die in England auf 240 steigt,während in der Schweiz und Deutschland wohl selten 200überschritten wird. Bei feineren Geweben und gröfserenBreiten nimmt jedoch in Rufsland die Geschwindigkeit derWebstühle in schnellerem Mafse ab, als in Westeuropa —aus ähnlichen Gründen, wie bei feinen Garnen.
2. Zeigt Rufsland immerhin recht günstige Geschwindig-keiten, so weist es im Vergleiche mit Westeuropa aufserordent-lich hohe Differenzen zwischen theoretischer und thatsäch-licher Leistung, d. h. grofse Verlustziffern auf. Es beruhtdies einmal auf der geringeren Qualität des verwandten Roh-stoffs. Von einem Freunde, der das Baumwollgeschäft inManchester erlernt hat und in Moskau ausübt, hörte ichfolgende Äufserung: Die Moskauer nehmen mit geringerer
v. Scliulze-Gaevernitz, Studien a. Rufsl. 8