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erfordern würde. Die seit 1877 gegründeten Fabriken produ-zierten 1885 bereits 44,7 °/o des Gesamterzeugnisses Polens k
Die verhältnismäfsige Billigkeit des Kapitals macht sichinsbesondere in dem Preise derjenigen Produkte geltend, beideren Herstellung das Kapital, also Maschinenarbeit, eine be-deutende Rolle spielt. Bei den Fabrikbauten in Polen wirdmehr Eisen verwandt, während in Moskau die höheren Eisen-preise Steinbauten erforderlich machen, z. B. bei Treppen. Nachdem angeführten Bericht von Ilin und Langoff kosteten1886/87 1000 Stück Ziegel in Moskau 22 Rubel, in Lodz 8 bis 9 Rubel. Bezeichnendex-weise ist gerade in der Ziegel-fabrikation der Handbetrieb durch die Maschine erfolgreicheingeschränkt worden.
Auch hinsichtlich des Betriebskredits steht Polen günstigerals Moskau. Polen bildet in dieser Hinsicht einen Annex desdeutschen Kreditsystems. Eine Monopolstellung des Importeursvon Rohstoff und Maschinen, wie die Knoops, wäre hier un-möglich. Der polnische Fabrikant bezieht gleich dem deutschen,der sich bekanntlich von Liverpool unabhängig gemacht hat,vielfach die Baumwolle und Wolle direkt von den Export-häusern in New-York, New-Orleans , Buenos-Aires, und zahltdurch Tratten auf deutsche Banken, welche bekannten pol-nischen Fabriken gern Rembourskredit gewähren. Beispiels-weise: der Pole, d. h. meist ein deutsch -jüdischer Fabrikant,kauft Maschinen in England oder Deutschland , Baumwolle inAmerika ; der englische, deutsche, amerikanische Lieferant kennendie Kreditverhältnisse Polens nicht, fürchten die Schwankungendes Rubelkurses und würden unserm Polen gewifs keinen Kreditgewähren. Dagegen sind einige der Berliner Bankhäuser,welche speciell polnisch-russische Kundschaft pflegen, zugleichWelthäuser, deren Accept allenthalben nicht anders als barGold gilt. Mit Vergnügen verzichtet der Lieferant der pol-nischen Fabrik auf Barzahlung, wenn er dafür z. B. aufMendelsohn einen Goldwechsel ziehen darf, der von diesem
1 Janschull, Geschichtlicher Überblick über die Entwicklungder Industrie Polens. S. 40.