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Pfennig bar besehen, sondern sich stets in der Schuld gegen-über ihrem Herrn befinden; Lohnzahlung vollzieht sich hiereinfach im Fabrikkontor durch Umschreibung von einemKonto auf das andere. Nicht selten, sagt Janschull, wisseman nicht genau, ob der Laden um der Fabrik oder die Fa-brik um des Ladens willen da sei. Wo die Fabriken keineeigenen Läden besitzen, weisen sie häufig ihre Arbeiter an,in bestimmten Läden der Nachbarschaft zu kaufen. Hierfürgewähren die Ladeninhaber oft 15°/o des Betrages der vonden Arbeitern gemachten Einkäufe als Rabatt an die Fabrik.Janschull berichtet von Arbeitsverträgen, welche die Ver-pflichtung der Arbeiter auf bestimmte Läden bereits aus-drücklich enthielten b
Neuerdings hat die Gesetzgebung die Fabrikläden derAufsicht der Fabrikinspektoren unterstellt und ihrer Kon-trolle insbesondere die Preistaxen unterworfen. Die hierdurcherzielten Erfolge sind unleugbar. Trotzdem scheinen Ab-machungen mit Privathändlern auch heute noch Mittel zubiete n, um das Gesetz zu umgehen. Was Erisman aus denneunziger Jahren berichtet, bleibt hinter den Mitteilungen Jan-schulls aus den achtziger Jahren kaum zurück 2 .
Neben niederen Löhnen steht im mittelrussischen In-dustriebezirk vielfach eine ungewöhnlich lange Arbeitszeit.In den Webereien Wladimirs wird 12—15 Stunden täglichgearbeitet 3 . In Moskauer Färbereien konstatierte Janschullbei Geschäftsfülle Arbeitstage von 16 und mehr Stunden 4 .In Industrien, welche der Baumwollindustrie gegenüber kapi-talistisch rückständig sind, finden sich sogar noch längereArbeitszeiten — ein Beweis dafür, dafs nicht etwa die Maschine