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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
Entstehung
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Seine Rechte reifst in StückeIhm im Schlaf Maschinentücke.

0 Fabrik, du schlimme, böse,

Die du schufst des Volkes Blöfse!

Ausgestofsen bin von allen,

Mag zur Hausfrau nicht gefallen,

Nicht dem Herrn, noch dem, der HandelTreibt, noch Burschen stolz im Wandel!

Und zur Gattin heischt mich balde,

Der die Schweine treibt im Walde

Der im Walde treibt die SchweineArmes Mädchen, wird der deine!

Wie bezeichnend der ländliche Hintergrund, der trübeWinter, der die Bauern in die Fabrik treibt, der Unfallwährend des Schlafs (!) bei der Arbeit, die geringe Wert-schätzung des Fabrikmädchens in der Stufenleiter der länd-lichen Gesellschaft, vor allem der Widerwille gegen die Fabrikund die Maschine. Will man sich des äufsersten Gegensatzesbewufst werden, so gedenke man der ArbeiterbevölkerungLancashires, welche stolz ist auf die Maschinen als das Werkihres eigensten Genius und ihnen selbst ihre Mufsestundenwidmet in Fortbildungsklassen und technischen Erörterungender Arbeiterpresse. Aber auch die Ahnen dieses kräftigenArbeitergeschlechtes wurden einst mit Zwang an die Maschinengesetzt; man erinnere sich jener Wagenladungen von Armen-kindern, welche einst aus Südengland nach den nordenglischenFabriken verfrachtet wurden.

Nicht verwunderlich ist es daher, wenn man in Rufslanddie verschiedensten Mittel anwenden mufs, um die widerwilliggeleistete Arbeit an die Fabrik zu fesseln. In erster Linie zunennen sind hier jene die Anlagekosten verteuernden Arbeiter-kasernen zur Unterkunft der Arbeiter; häutig werden ihreThore des Nachts verschlossen, da man fürchtet, dafs dieArbeiter von abendlichen Ausgängen nicht wieder zurück-kehren könnten. Ein weiteres Mittel, die Arbeiter an denBetrieb zu fesseln, sind langdauernde Arbeitsverträge. In