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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Landbevölkerung sich trennt und mit ihr nur noch durch dieUnterstützungs- und Steuerordnung zusammenhängt. Aufdieser Stufe werden zwar Invalide und Alte nach wie vor aufdas Land zurückgeschoben, die Kranken dagegen, derenHerstellung zu hoffen ist, in dem Fabrikkrankenhause be-handelt: Anzeichen der beginnenden Schätzung der gelerntenArbeit.

Eine Anzahl der grofsen Spinnereibetriebe Moskaus be-sitzt Krankenhäuser, welche den Anforderungen der Zeit vollentsprechen. Stattdes Feldschers" finden sich hier oftmehrere studierte Arzte. Einzelne dieser Krankenhäusermachten mit ihren breiten Korridoren, lichten und nicht über-füllten Krankenzimmern, Bade- und Operationsräumen, Rekon-valescentengärten 11. s. w. auf mich einen durchaus erfreulichenEindruck.

Auf diese Weise ist es heute einer Anzahl von Fabrikenmöglich, ihren ganzen Arbeiterbestand aus sich selbst herauszu ergänzen. An Stelle des Fabriknomaden tritt der berufs-mäfsige, mit dem Betrieb verknüpfte Arbeiter.

In mehreren der besten Spinnereien Moskaus giebt esheute bereits Arbeiter, welche in der dritten Generation derFabrik angehören. Trägerin dieses Fortschrittes ist zu-gestandenermafsen die Baumwollindustrie. Die ihr dienendenSpinner und Weber sind die stetigste Arbeiterklasse im Mos-kauischen.

Die geschilderte Entwicklung liegt zunächst im Interesseder Fabrikanten. Kinder von Fabrikarbeitern, welche in derFabrik und der Fabrikschule aufgewachsen sind, erlernen nachAngaben einsichtiger Unternehmer in 34 Monaten schwierigeArbeiten, wozu Bauern vom Lande 34 Jahre brauchen hZu der eigentlich gelernten Arbeit an Maschinen sind letztereüberhaupt kaum zu verwenden, und bei ihnen ist der Verlust

1 Diese und einige der folgenden Angaben beruhen auf einerPrivatenquete des Herrn A. Scheikewitsch, welcher mir freundlichstEinsicht gestattete.