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Dorfgemeinde, welche damals gerade von Haxthausenlitterarisch entdeckt und irrigerweise in Zusammenhang mitden in früher Vorzeit bestehenden oder vermuteten Gesamt- f
eigentumsverhältnissen gebracht worden war 1 . Die periodischenUmteilungen des Landes, „Ausgleichungen", wie das Volksagt, betrachten die Slavophilen als den wichtigsten Ausflufsjener Europa überlegenen, moralischen Eigenschaften desrussischen Bauern. Wäre es doch einem Westeuropäer un-erträglich, zuzugeben, dafs das Land, in dem der Schweifsseiner Arbeit ruht, nach kürzerer oder längerer Frist an dieGemeinde zurückfalle; er würde nie gestatten, dafs seineArbeit einem vielleicht trägeren und unwissenderen Genossenzu gute komme, während er sie an dessen bisherigem ver-nachlässigten Felde von neuem zu beginnen habe. JedemNachgeborenen sichere der russische Gemeindebesitz eingleiches Recht auf Landausstattung, auch wenn sich dadurchdie Gröfse der Ackerlose der bisherigen Besitzer verkleinere.
In diesem Mangel an einer Verteidigung seiner persönlichenInteressen, wie ihn der russische Bauer im Gemeindebesitzoffenbart, sehen die Slavophilen einen positiven moralischenVorzug; der Gemeindebesitz setze voraus „den höchsten Aktder persönlichen Freiheit: die Selbstentäufserung." In ihmgelte „einer für alle, alle für einen", der Grundsatz desChristentums.
So besitze Rufsland einen ungeheuren Vorzug vor Europa .Die europäische Gesellschaft, glänzend zwar nach aufsen, seiauf zerfliefsendem Sande gebaut; denn die Zusammenhänge inihr beständen nur aus den Erwägungen persönlichen Vorteils,aus einem blofsen Geldnexus. Der russische Gesellschaftsbaudagegen sei fest verkittet durch das ihn durchziehende Ge-meinschaftsprinzip. Nicht nach den Rezepten ungläubigerNationalökonomen sei er errichtet, sondern er ruhe auf demFelsengrunde, den ein Gröfserer in der Bergpredigt gelegt >
habe.
1 Haxthausen, Studien über die inneren Zustände ßufslands.III. Bd. 1847—52.