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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Der Regierung des Kaisers Nikolaus waren derartigeÄufserungen keineswegs sympathisch, weil in der Idee desPanslavismus die derBefreiung" enthalten war: der Aufruhrgegen die legalen Gewalten in Österreich und der Türkei .Da eine strenge Censur damals jedwede politische Äufserungbekämpfte, so zog der engere, unter dem Namen derälterenSlavophilen" bekannte Freundeskreis die Beschäftigung mitdem philosophischen Ausbau des Systems vor.

II. Die Panslavisten.

Erst einer jüngeren, im Gegensatz zu den Slavophilen alsPanslavisten " bezeichneten Generation war es beschieden,die politische Seite des Systems in den Vordergrund zurücken.

In der Phantasie der Panslavisten baut sich das kommendeWeltreich aufvom Archipel bis zum Eismeer, von der Adriabis zum Stillen Ozean", das Reich, für welches ganz Asien alsHerrschafts- und Kolonisationsgebiet zu dienen habe. Nichtnur eine Entwicklung äufserer Gröfse, sondern vor allem dieVerwirklichung der höheren, wahrhaft socialen Kultur sei dieAufgabe Rufslands gegenüber Europa . Die Eigentümlichkeitder slavischen Kulturperiode und hierin nehmen die Pan-slavisten die slavophile Weltanschauung auf bestehe in derÜberwindung des Individualismus, der Europa zerfleische.Höher als die künstlerische Kultur der alten Welt, höher alsdie wissenschaftliche Kultur Europas stehe die aus Keimensich heute entfaltende slavische Kultur der Gemeinwirtschaft;sie gründe die Blüte der Kunst wie der Wissenschaft nicht aufSklaven oder Proletarier, nicht auf die Beraubung der Mehr-zahl zu Gunsten Weniger, sondern auf die wirtschaftlicheSicherung der Massen.

Demgegenüber sei es verhältnismäfsig uninteressant, welcheRolle den Völkern Europas noch zugewiesen sei. Der mildeGeist der älteren Slavophilen gewährte ihnen die Möglichkeitder Rettung in einer Rückkehrzu den lebendigen Quellendes Ostens." So beschäftigte sich Chamiakoff viel mit dem

v. Schulze-Gaevemitz, Studien a. Rufsl. 13