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ein Ausfallsthor in das Mittelländische Meer, und sichertedie Herrschaft Rufslands über Vorderasien und die Balkan-slaven.
Ähnliches gilt von den Westslaven. Unter deutscher Herr-schaft, als „Österreich ", retteten sie einst die Unabhängig-keit Europas vor den Türken; später flofs slavisches Blut amRhein für die Verteidigung des „Vaterlandes" gegen Frank-reich . So verdanken die europäischen Völker überhaupt, soinsbesondere Deutschland, den Slaven erst die Möglichkeitselbständiger Kulturent wicklung. Heute nun, da die Türken-gefahr verschwunden, und das geeinigte Deutschland sichselbst zu verteidigen imstande ist, hat Österreich seine Rolleausgespielt. „Es blieb nichts als ein Joch, nichts als einHindernis für die Entwicklung der Völker 1 ."
Das blofse Dasein dieses Staates ist eine Beleidigung fürdie Slaven; die Grenze zwischen Österreich und Rufsland ist„eine Grenze im lebendigen Körper".
Die zwischen den Slaven versprengten kleineren Völkersind Gegenstand der panslavistischen Aufsaugungspolitik: dieGriechen, Rumänen, Magyaren. Letztere sind zur Herr-schaft gelangt, indem die Deutschen Österreichs mit ihnenein Bündnis schlössen zur Unterdrückung der Slaven.y IhreHerrschaft, schimpflicher für die Slaven als die des deutschenKulturvolkes, erwartet jedoch dasselbe Schicksal, —und von der-selben Hand — welches Scheinmächte ohne nationale Basis, wieSchweden und Polen ereilte. Den Magyaren bleibt nichtsübrig, als aufzugehen im slavischen Meere, „wie schon anderefinnische Stämme thaten 2 !"
Die Verhältnisse des übrigen Europa dagegen sind fürRufsland vollständig gleichgültig, seine Geschicke liegen derSlavenwelt so fern, „als spielten sie sich auf dem Monde ab".Insbesondere wandten sich die Panslavisten gegen die Scheu