— 289 —
Kriege, als Japans Absichten auf Korea deutlicher hervor-traten, erzwang Rufsland den Rückzug Japans vom asiatischenFestlande. Nicht lange darauf unternahmen russische Offizieredie Neubildung einer koreanischen Armee. Die russischen Konsulate in Söul und Tschemulpo sind seitdem Geschäfts-stellen geworden, von denen aus ein Teil der VerwaltungKoreas besorgt wird. Die von den Japanern schon 1894 ge-plante Eisenbahnlinie Söul-Fusan ist an dem Widerstande derkoreanischen Regierung, also Rufslands, gescheitert. DieJapaner haben nach dem allgemeinen Urteil in Korea seitdem Kriege stark an Boden verloren.
Die Ausdehnung der Mandschurei 1 entspricht etwader österreichisch - ungarischen Monarchie; ihre Bevölkerungwird auf 12—20 Millionen geschätzt. Auch hier gab der Siegder Japaner über China den Anstofs für das VordringenRufslands. Ratzel bemerkt darüber folgendes: „Seit der Ver-trag von Aigun 1858 dem russischen Handel die Schiffahrtauf dem Sungari erschlofs, der für Schiffe von DA m Tief-gang 800 km schiffbar ist, hatte Hufsland formell das früherallen Fremden versagte Recht, in das Mutterland der heutigenchinesischen Dynastie einzudringen. Erst als die Japaner diechinesische Armee niedergeworfen hatten, erschien ein russi-scher Dampfer vor Ttitsikar, und seitdem hat sich der Ver-kehr rasch entwickelt. 1896 räumte China Rufsland Zoll-erleichterungen in der Mandschurei ein. Der alten Amur-dampfschiffahrtsgesellschaft ist seit 1894 eine neue zur Seitegetreten, und der Stromverkehr wächst ununterbrochen seitdem Beginn der Eisenbahnbauten. Der Eisenbahnvertrag von1896 giebt nun nicht allein Rufsland das Recht, die Mand-schurei mit einem Netz von Eisenbahnen zu überziehen,sondern verbietet auch China, die wichtigen befestigten Häfenvon Talienwan und Port Arthur einer anderen Macht alsRufsland abzutreten."
Seitdem ist die Besetzung dieser Häfen durch Rufsland