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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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neutralem Markte unfähig. In dieser Hinsicht liegt u. a. eininteressanter Bericht des Finanzministeriums aus der Federdes Herrn Lasareff vor. Nur in dem nördlichen Teile Persienskönnen danach russische Waren sich halten, und ungeachtetdes kostspieligen Transportes auf dem Rücken des Dromedarsüber unglaublich schlechte Wege konkurrieren die Kattunevon Manchester mit denen Moskaus bis zu den kaspischenKüsten.

Daher das Ideal: Rufsland nicht nur ein Weltreich, sonderneine Weltwirtschaft für sich, alle Zonen umfassend, alle Produkteder Erde hervorbringend, nach aufsen abgeschlossen, nachinnen selbstgenügsam!

Leicht wohnen bei einander die Gedanken,

Doch hart im Räume stofsen sich die Sachen.

Wir sahen oben, wie die vagen Träume des politischenPanslavismus sich zu einem konkreten Programm asiatischerWeltmachtspolitik verdichten. Auch das Wirtschaftsprogrammder extremen Schutzzöllner erleidet heute eine Umgestaltung,nicht nur weil es dem weitsichtig erfafsten Industrieinteresseselbst wenig entspricht, sondern auch und in erster Linie des-wegen, weil es dem politischen Programm asiatischer Welt-macht entgegensteht. Letzteres nämlich, sobald man es ausder Welt der Gedanken in die der Thatsachen hinabführt,erfordert eine wirtschaftliche Anlehnung an Europa und eineEuropäisierung nach innen Europäisierung nicht nur derIndustrie, sondern auch der Landwirtschaft. Diesen Satzwenigstens für einige Seiten der russischen Volkswirtschaftzu begründen, ist die Aufgabe, welcher der Rest dieses Buchesgewidmet ist.

III. Kritik.

Gegenüber der neuzeitigen Industrieentwicklung Rufslandswollen wir Deutsche uns vor dem Fehler hüten, den FriedrichList einst den Engländern vorwarf, welche sich allein zurIndustrieentwicklung berufen erklärten. Wir wollen vielmehranerkennen, dafs Rufsland von seinem Standpunkt aus mit