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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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sonst in Rufsland derartige Projekte heute in der Luftschwirren h

Aber auch wenn wir die vielbesprochene Uralbahn, alsVerbindung des Ural mit dem Eisenbahnnetz des europäischenßufsland, verwirklicht denken, so bleibt immer noch die Ent-fernung von den westlichen Absatzgebieten. Erst ein Auf-schwung der sibirischen Volkswirtschaft könnte den Ural hin-sichtlich der Absatzverhältnisse in eine vorteilhaftere Lagebringen, sowohl gegenüber der inländischen, wie der aus-ländischen Konkurrenz.

Auch würde eine energische Ausnutzung des Bahnbaueswahrscheinlich solange auf sich warten lassen, als die Höhedes Eisenzolls selbst technisch völlig rückständigen Werkendas Dasein fristet. In der That mag es unter ihnen solchegeben, die auch heute bei einem Zoll von 45 Kopeken proPud Roheisen sich nur gerade über dem Wasser halten und zu43 Kopeken Selbstkosten das Pud Roheisen produzieren,welches in England für 1720 Kopeken (also einschliefslichdes Unternehmergewinnes) verkauft wird 2 . Eine mafsvolleZollherabsetzung würde Unternehmungen unmöglich machen,welche als langlebige Denkmäler der Leibeigenschaft dieArbeitsverschwendung und den technischen Stillstand der altenZeit verewigen. Für diejenigen Uralwerke dagegen, welche denAnforderungen ihrer Zeit gefolgt sind und bereits 1889 dasPud Roheisen zu 25 Kopeken produzierten, wäre sie erträglich,ja sie gäbe vielleicht einen Antrieb, die Verluste am Preiseeinzubringen durch Vergröfserung der Betriebe, Vermehrungder Produktion, Arbeitsersparnis und technischen Fortschritt.Eine solche Mafsregel würde voraussichtlich die Uralwerkemit der Zeit aus ihren abgelegenen Schlupfwinkeln im Ge-birge vertreiben und um die Eisenbahnstationen sammeln.

b) Aber nicht nur geschichtliche, sondern auch natürlicheund daher schwerer zu bekämpfende Schwierigkeiten verlang-samen die Entwicklung der üralindustrie. So liegt die

1 Ökonomische Rundschau, Mai 1898, S. 107.

2 Radzig a. a. 0. S. 65, 46.