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selbst dieser Optimist müfste zugeben, dafs die Anlage vonStralsen und Eisenbahnen langwierig und kostspielig ist, dafs5 die Preise des Holzes auch in Rufsland in steter Steigerung
begriffen sind, dafs Waldbrände auch in die beste Waldwirt-schaft störend eingreifen können. Man wird alsdann zu derAnnahme gelangen, dafs im besten Falle die Verdoppelungder gegenwärtigen Uralproduktion (1896 ca. 35 MillionenPud Robeisen) immerhin eine geraume Zeit erfordern wird.Demgegenüber erhöhte Rufsland seinen Verbrauch an Roh-eisen 1891—1895 von 77 Millionen auf 136 Millionen Pud;die Zukunft erheischt eine abermalige Verdoppelung letztererZiffer innerhalb weniger Jahre. Es erhellt hieraus, dafs fürden ungeheuren Eisenbedarf Rufslands auf die Industrie desUral nur in zweiter Linie zu rechnen ist.
Dagegen wird der Ural voraussichtlich bald als Erzver-sorger für andere Montanbezirke eine grofse Rolle spielen —um so mehr, da es ja eine allgemeine Erscheinung ist, dafsreichhaltiges Erz der Kohle zugeführt wird und nicht um-gekehrt. Neueren Zeitungsnachrichten zufolge scheint Kohlen-zufuhr aus Sibirien nach dem Ural im Entstehen begriffen.Über die Koksbarkeit dieser Kohle ist mir nichts bekannt.
In jeder Beziehung entgegengesetzte Verhältnisse vomUral weist der südrussische Montanbezirk auf, das sog.Donez-Dnjeprbecken 1 . Im Ural seit Jahrhunderten ein
1 Im Jahre 1893 bereiste ich das Donez-Dnjeprbecken und ver-danke dem jüngeren Herrn Hughes persönlich eine Anzahl wertvollerMitteilungen. Ferner besichtigte ich eingehend die Eisenwerke zuKamenskoje, wo mir ebenfalls vielfache Auskunft zu teil wurde. InBand LVI 1886 des belgischen „Recueil consulaire" brachte der bel-gische Generalkonsul für das südliche Rufsland, Ingenieur P. Hage-mans, einen interessanten Bericht über die Kohlen und Erzlager desDonezbassins, dem ich für das Folgende wertvolle Angaben über dieEntstehungsgeschichte der Industrie entnahm. Dieser Bericht ist auch umdeswillen von hohem Werte, weil er das Einströmen belgischen Kapitalsin die südrussische Eisenindustrie und damit den neuesten Aufschwungdieser Industrie veranlafste. Ferner verweise ich auf die Mitteilungenvon Trasenter und Monseu, Revue universelle des mines 1896und 1897.