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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Die Inbetriebsetzung der Werke begann im Januar 1872mit dem Anblasen des ersten Hochofens. Zur Zeit meinesBesuches waren 4 Hochöfen in Betrieb, 2 weitere im Bau.Die Zahl der Arbeiter, zur Zeit meines Besuches über 6000,wird heute auf 8000 angegeben. An das Hüttenwerk hat sichdie mit unerhörter Schnelligkeit anwachsende Stadt Juso woangeschlossen.

Die gelernten Arbeiter waren zunächst im Kohlenschacht,am Hochofen, am Puddelofen, wie im Walzwerk Engländer.Die ungelernten Arbeiter wurden aus Nordrufsland (Smolensk ,Petersburg ) bezogen, da die örtliche Bevölkerung bei demvorhandenen Reichtum an Land jede industrielle Beschäftigungvon sich wies. Aber die Engländer waren in der unwirt-lichen Steppe nur mit grofsen Kosten festzuhalten. All-mählich wurde ihre Zahl daher vermindert, die russischenWanderarbeiter angesiedelt und mit Erfolg zur gelerntens Arbeit emporgezogen.

Jedoch sind noch heute die Mängel dieser Arbeit imVergleich mit Westeui'opa schwerwiegend.Der Mann kommtvom Pfluge und haut, wie es geht, in den Flötz" sagte mirHerr Hughes, wobei er die hohen Kohlenpreise Südrufslandstrotz verhältnismäfsig niederer Wochenverdienste der Häuer(zur Zeit meines Besuches 1 Rubel 1 Rubel 50) aufteure Arbeit" zurückführte. Es war diese Äufserung fürmich ein Beleg dessen, was ich oben hinsichtlich einer andernIndustrie ausführlich begründete. Immerhin stehen dieseArbeiter qualitativ noch hoch über den Arbeitern des Ural,was ihre grofse Mehrproduktion pro Kopf ergiebt. Nach Radzig istdie Produktion pro Kopf in Südrufsland etwa halb so grofs,wie in Belgien , und circa 6 mal so grofs wie im Ural 1 .

Trotz aller von der Regierung gewährten Vorteile gingzunächst das Wachstum der südrussischen Eisenindustrie nurlangsam vor sich. Im Jahre 1887 bestanden erst zwei Hütten-werke. Seitdem ist ihre Zahl rasch gestiegen; im Jahre 1897waren 14 Werke im Betriebe, Werke ersten Ranges, von

1 Radzig a. a. O. 8. 50.