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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
Entstehung
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An diese Gröfstbetriebe, welche sich vorwiegend im Be-sitze westeuropäischen Kapitals befinden, schlofs sich dieEntwicklung zahlreicher Hilfsbetriebe geringeren Umfangsseitens russischer Unternehmer. Zu nennen sind z. B.mechanische Werkstätten, Röhrenfabriken u. s. w. Demfolgte die Entstehung von Lokomotiven- und Maschinenfabrikenin Charkoff, Jekaterinoslaw, Odessa, Mariupol , Nikolajeffsk.

Bis dahin eine dünn besiedelte Steppe extensivsterLandwirtschaft erhielt jenes Gebiet mit einem Schlage dasGesicht des Industriebezirkes. Die Städte, bisher Mittelpunkteder Verwaltung und des Getreidehandels, wuchsen mit einerselbst im Westen Amerikas seltenen Schnelligkeit. 1885 hatteJekaterinoslaw 47 000, 1897120 000 Einwohner, Rostoff1885 79 000, 1897147 000 Einwohner 1 .

Werfen wir einen Blick auf die Hüttenwerke, welchedie Grundlage der ganzen Entwicklung sind. Diese Betriebeverfertigen vorwiegend Eisenbahnmaterial, gewöhnlich instaatlichem Auftrag. Als Gründungen des europäischen Grofs-kapitals sind sie im Besitz der fortgeschrittensten Technik, fürderen Verbesserung sie jährlich grofse Beträge aufwenden 2 .Sie sind auf Produktion gröfsten Umfanges eingerichtet. DieGröfse der südrussischen Hochöfen ist nicht geringer als dieder westeuropäischen Hochöfen, selbst wenn wir folgendeZiffern nur für annähernd richtig halten.

Radzig 8 giebt folgende Ziffern für das Jahr 1894:

Durchschnittliche Jahresproduktion eines Hochofens mit Kohlenfeuerungin England 1 417 000 Pudin Deutschland 1 580 000in Belgien 1580 000

in Südrufsland 1 597 000

Zweiganstalt errichtet hat; desgleichen die Sächsische Maschinenbau-Anstalt, vormals Hartmann. Anders die polnische Eisenindustrie, inder deutsches Kapital reichlicher vertreten ist, z. B. das der Königs-und Laurahütte.

1 Finanzbote 1897, Nr. 33.

2 Tugan-Baranowski a. a. O. S. 331.

3 Radzig a. a. O. S. 49. 50 u. 10.