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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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des technischen Fortschritts gewiesen. LandwirtschaftlicheMaschinen sind in den Steppenbezirken Südrufslands weit ver-breitet, insbesondere die arbeitsparenden Mähmaschinen,die Pferderechen, die Dampfdreschmaschinen u. s. w.

Immerhin ist die völlige Unsicherheit der Arbeit einschweres Hindernis auch für die Gutswirtschaft in denSteppengegenden. Oft genug hat eine reiche Ernte ausArbeitermangel ungeerntet bleiben müssen; oft genug habendie Löhne eine geradezu phantastische Höhe erreicht, welcheVerzicht auf die Ernte nahelegte. Leichter überwindet dieseSchwierigkeiten der in seiner Wirtschaft mitarbeitende bäuer-liche Wirt, der Kosak, der Kolonist, welcher mit den Arbeiternan einem Tische ifst. Daher auch in den Steppengegendendie Neigung der Gutsherrn, den Eigenbetrieb einzuschränken,insbesondere dort, wo mit enger gewordener Bevölkerungdie Pachten steigen und die bäuerliche Nachfrage nach Landeinsetzt 1 .

Für die bäuerliche Bevölkerung der mittelrufsischenAbwanderungsgebiete aber bedeutet die Wanderai-beit imSüden Kapitalzuflufs, welcher sie zum Kauf oder zur Pachtungvon Gutsland in ihrer Heimat kräftigt.

Das Ergebnis des vorhergehenden läfst sich dahin zu-sammenfassen : Der gutsherrliche Betrieb verliert. An seineStelle tritt der Bauer und daneben, freilich erst in zweiterLinie, das kaufmännische Element der Landstadt. Die Mittelhierzu sind der Kauf und die Pacht. Eine ausführlichereDarstellung hätte diesen beiden Gesichtspunkten im einzelnennachzugehen.

Insbesondere ist hier zunächst der staatlichen Bauern-bank 2 zu gedenken, welche gegen Ausgabe von Pfandbriefenan Gemeinden, Gesellschaften und einzelne Bauern Gelderzum Landerwerb vorstreckt. Neuerdings kauft die Bankauch selbstthätig Grofsgüter zum Zwecke der Parzellierung

1 So u. a. Korolenko a. a. 0. Teil II, S. 6.

2 Vergl. den offiziellen Bericht über die Thätigkeit der Bauern-bank für 1896.