nicht nur direkt die bäuerliche Wirtschaft und kann zur An-schaffung verbesserter Werkzeuge, zur Vermehrung derViehhaltung und der Düngung, zur Erweiterung des landwirt-schaftlichen Betriebes durch Kauf oder Pacht verwendetwerden. Wichtiger noch sind die mittelbaren Wirkungen der-artiger Überschüsse, auf welche wir oben hinwiesen: zu ver-mehrter Arbeit entschliefst sich nur der, welcher das Gefühlhat, durch vermehrte Arbeit vorwärts zu kommen. VermehrteArbeit aber ist der Grundstein jeder Verbesserung der Lagedes Volkes, wofür es magische Formeln nicht giebt — undertönten sie selbst aus dem Munde des Gesetzgebers.
Das Gesagte erklärt eine gewisse geographische Ver-teilung des wirtschaftlichen Fortschritts: Von den am Meeregelegenen Gouvernements aus, von Cherson und Taurien imSüden, von St. Petersburg und den baltischen Provinzen imNorden schiebt sich die Entwicklung aufsteigender Agrar-verhältnisse nach der Mitte und dem Osten. Es handelt sichum geldwirtschaftliche Zonen, die sich stetig verbreitern —gewissermafsen die Finger, welche Europa in den Block desöstlichen Festlandes hineinlegt. In ähnlich begünstigter Lagebefindet sich der Europa benachbarte Westen in dem Mafse,als die Angliederung des russischen Eisenbahnnetzes an diewesteuropäischen Absatzgebiete fortschreitet.
Aber durch ihre Zollpolitik sind die Staaten in derLage, die zwischen ihnen liegenden geographischen Ent-fernungen künstlich zu erweitern. In dieser Richtung wirktensicherlich hemmend auf die geldwirtschaftliche Entwicklungdes russischen Landbaus die agraren Schutzzölle Westeuropas .Um so bedeutsamer war es, dafs es der neueren russischenHandelspolitik gelang, den wichtigsten Abnehmer aller russi-schen Ausfuhr, Deutschland , zu einer beträchtlichen Herab-setzung seiner Getreidezölle zu vermögen. Wichtiger fürRufsland aber war noch die zwölfjährige Bindung der deutschen Zollsätze h Hierdurch wurden weitere deutsche Zollerhöhungen