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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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diese veränderlichen Goldparitäten des Rubels ausgehend voneiner festen Silberparität bis 1873 h

Seitdem war jener Punkt längst erreicht worden, dadie gesetzliche Metallunterlage für das Wertbewufstsein jedeBedeutung verliert. Thatsächlich bestimmte sich der Rubel-kurs nach Angehot und Nachfrage von dreimonatlichemLondon auf dem Petersburger Wechselmarkt, nach Angebotund Nachfrage von Papierrubeln gegen deutsches Reichsgoldauf der Berliner Rubelbörse. Der Rubel wurde in Gold ge-messen, denn die Zahlungsbeziehungen zum Auslande, welchein normalen Zeiten den Papierkurs beherrschen 2 , waren längstGoldbeziehungen. Der Rubel war zwar nicht gesetzlich,wohl aber thatsächlich Goldrepräsentant.

Aber der Papierrubel war nicht Repräsentant derjenigenMenge Goldes, welche der gesetzliche Goldrubel enthielt:324 deutsche Reichspfennige oder 38,35 d. DreimonatlichesLondon bei 4 °/o Diskont. Mit dem Goldrubel hatte derPapierrubel überhaupt nichts zu thun, da beide nur via Silber-rubel und zwar lediglich durch den Kassenkurs des Goldrubelsauf Grund einer völlig veralteten Wertrelation verbundenwaren. Es war daher unrichtig, von irgend welcher Gold-parität des Papierrubels zu sprechen, wie Kaufmann undandere thaten 8 .

Vielmehr war der Papierrubel Repräsentant einer mehroder weniger schwankenden Menge Goldes, welche der Preisvon London lang in Petersburg oder der Rubelpreis in Berlin namhaft machte. Diese Goldmenge hatte im Durchschnitt derJahre 18841895 ungefähr 216 deutsche Reichspfennige be-tragen, welche Goldmenge daher mit Recht der neu zu schlagen-den Währungsmünze zu Grunde gelegt wurde.

1 Kaufmann, Kufslands Wechselkurse 1841 bis 1890. Petersburg1892, S. VII und XVI.

2 Vergl. A. Wagner, Kussische Papierwährung. S. 87 ff.:innormalen Zeiten erlangt der Wechselkurs Herrschaft über das Agio".

3 Kaufmann a. a. 0. S. IX.