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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Zudem waren die von dieser Mittellinie am weitesten ab-liegenden, aufsergewöknlich ungünstigen Kurse von 1887 88ebenso wie die aufsergewöhnlich günstigen Kurse von 1890durchaufsergewöhnliche Gründe" verursacht worden 1 . Mitjedem Jahre war die Spannung zwischen dem höchsten undniedersten Kurse des Jahres geringer geworden. Seit 1894hielten sich die Schwankungen des Rubels in Grenzen, welchenicht weiter waren als die in Goldwährungsländern durch dieGoldpunkte gesetzten es war dies das Ergebnis der untenzu besprechenden Mafsregeln der russischen Regierung auf demPetersburger Devisenmarkt und der Berliner Rubelbörse.

In letzter Linie sprach für den Kurs von 216 Reichs-pfennigen der gewichtige Vorteil, dafs unter seiner Zu-grundelegung IV2 Papierrubel einem alten Goldrubel gleichwaren.

Das Ziel der russischen Finanzpolitik der beiden letztenJahrzehnte war damit gesetzt: Stabilisierung desKurses auf der Höhe von 1,50 R. Papier = 1 R.Gold alter Prägung, Beschaffung von Gold zwecksEinlösbar keit der umlaufenden Papier rubel zudiesem Kurse, Prägung eines neuen Goldrubeisim Werte von 2 /s des bisherigen, Sättigung desVerkehrs mit dieser Münze unter möglichsterEinziehung der umlaufenden Kreditbillets.

1 L e x i s a. a. 0. S. 642 scheint geneigt, den mittleren Kurs höherals 216 anzunehmen, weil die niedern Kurse der Jahre 1887/8 durch

politische Spannung" beeinflufst gewesen seien. Aber politische Gründegalten auch für die günstigen Kurse von 1890. Raffalovich betont,dafs die Höhe der 1890er Kurse in den wirtschaftlichen Verhältnissendes Jahres nicht begründet gewesen sei; die Ernte von 1890 reichtean die von 1888 nicht heran. Die günstigen Kurse von 1890 wurdenvielmehr durch den Besuch Kaiser Wilhelms II. in Petersburg verur-sacht, aufserdem wie mir ein Berliner Rubelspekulant versicherte,durch die irrige Meinung der Berliner Börse , dafs Rufsland eineWährungsreform unter Gleichstellung des Papierrubels mit dem altenGoldrubel beabsichtige dieser Irrtum war gewifs auch einaufser-gewöhnlicher Umstand".