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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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punkt hinabwerfen, sondern auch in den Augen der Geschäfts-welt die russische Währung wieder zu einer versicherungs-bedürftigen Papierwährung machen.

2. Die Silbermünze ist Scheidemünze im vollen Sinnedes Wortes; sie besitzt nur beschränkte Zahlkraft bis25 Rubel; sie ist Sperr gel d, d. h. der Freiprägung ent-zogen und die staatliche Prägung auf einen bestimmten Be-trag (3 Rubel pro Kopf der Bevölkerung) festgelegt. So Ukasvom 27. März 1898 h

Die Silbermünze ist unterwertig, sowohl die alsunterwichtig" bezeichnete kleine Silbermünze, wie auch deralte Silberrubel, welchem sein bisheriger Silbergehalt belassenwurde. Aber diese Unterwertigkeit ist gleichgültig: der Silber-rubel ist Goldrepräsentant; sein Wert ist unabhängig vonseinem Stoffwert.

3. Der P a p i e r r u b e 1 ist einlöslicher Vertreter des Gold-rubels. So sind z. B. die früheren Kreditanleihen heute Gold-anleihen geworden; ihre Coupons werden zu Zollzahlungenzugelassen 3 ; die Bilanz der Reichsbank ist einheitlich ge-worden und lautet ausschliefslich auf Goldrubel neuerPrägung". Dafs der Kreditrubel aus früherer Zeit herZwangskurs besitzt, ist demgegenüber gleichgültig, wie jabekanntlich die Noten der Bank von England und Frank-reich Zwangskurs besitzen. Der ausstellende Staat machteben den Zwangskurs, so lange er die Noten jederzeit ein-löst, zu seinen Gunsten nicht geltend.

Dafs das Gold nur allmählich die Cirkulation füllt, liegtin den Gewohnheiten des Publikums begründet, welches seit

1 Vergl. Bulletin Busse 1898, S. 184.

2 Ökonomische Bundschau März 1898, S. 145.

3 Früher zerfiel die Bilanz der Beichsbank in einen Handelsteilund einen Emissionsteil; in letzterem stand den umlaufenden Kredit-billets die vorhandene Metalldeckung (in Goldrubeln alter Prägung be-rechnet) und das Decouvert des Staates gegenüber. Der Handelsteil warin Kreditrubeln geführt. Vergl. Bulletin Busse 1895 S. 36, 37. Dieneue Form der Bilanzierung enthält Baffalovich a. a. 0. 1897/98,S. 831.