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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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waren, wegen der Undurchftthrbarkeit bankmäfsiger Deckung,ergeben folgende Thatsachen:

Das in Rufsland vorhandene Wechselmaterial ist, wie mirhervorragende Kenner des russischen Bankwesens überein-stimmend versichern, weder qualitativ noch quantitativ heutezur Deckung des Notenumlaufs geeignet. Der Grund hierfürliegt in dem geringen Umfang wie in der Langsamkeit derUmsätze des Warenhandels, damit zusammenhängend in denäufserst langen Kreditfristen. Teilweise kommen hierfürnatürliche Gründe in Betracht, so die weiten Entfernungendes Reichs, das Zufrieren der Wasserstrafsen im Winter,während zu Lande vielerorts gerade der Schlitten das einzigeTransportmittel ist; man denke z. B. an Holz, das im Winterzu Schlitten an den Flufs geschafft, im Sommer verschifft,erst im Herbst in die Hände des Käufers anlangt. Dampf-schiffe und Eisenhahnen wirken hier entgegen, überhaupt diezunehmende Geld Wirtschaft, welche den Warenverkehr unddamit das Wechselmaterial verbreitert.

Dementsprechend kann die russische Reichsbank eineallmähliche Erziehungsthätigkeit in der Richtung auf kürzereKreditfristen entfalten, freilich ohne im gegebenen Augenblickzu weit zu gehen, weil sie dadurch nur die fiktive Zer-schneidung langer Wechsel in mehrere kurze bewirkte. Sieerhebt in der That verschiedene Diskontsätze für lange undkurze Wechsel am 1. März 1898 z. B. 4Va °/o für Drei-monatswechsel, 7Va °/o für Zwölfmonatswechsel k Thatsächlichist die Laufzeit der Wechsel in Abnahme begriffen, aberimmer noch viel länger als in Westeuropa 2 .

Hierzu kommt etwas weiteres. Neben den Warenwechseln

1 Yergl. Bulletin Russe. Heft I, 1898, S. 168.

2 Nach den Mitteilungen von Sudeikin aus dem Ende der 80 erJahre waren z. B. von allen Wechseln, welche die Wolga -Kamabank,eine der gröfsten russischen Privatbanken, diskontierte, nur 30 % 36Monatswechsel; die übrigen waren längere Wechsel. Vergl. Sudeikina. a. 0. S. 415. Die durchschnittliche Laufzeit der Wechsel der Reichs-bank betrug 1888 nach Sudeikin 124 Tage, bezw. bei den Filialen133 Tage.