sind die aus solidem Acceptverkehr zwischen Kunden undBanken hervorgehenden Tratten ein beliebtes Diskontmaterialim Westen, z.B. bei der deutschen Reichsbank 1 , ja vielleichtein Diskontmaterial von wachsender Bedeutung, je mehr imWarenhandel die Barzahlung um sich greift. In Rufslandfehlen solche bankmäfsigen Acceptkredite nahezu vollständig,und zwar deswegen, weil infolge der früheren unsicherenWährungsverhältnisse ein grofser und regeln) äfsiger Marktfür Primapapier nicht besteht; daher müfsten angeseheneBanken fürchten, sich zu diskreditieren, wenn ihre Acceptesich gelegentlich nur zu ungünstigen Diskontsätzen diskontabelerwiesen. Die Entwicklung des regulären Acceptverkehrs istim Interesse der russischen Währung zu wünschen, wennauch gegenüber diesen Wechseln als Kreditwechseln eine be-sondere Strenge des Noten ausgebenden Diskonteurs erforder-lich ist.
Abgesehen von der geringen Menge und langen Laufzeitwar bislang auch die Güte der von der russischen Reichsbankdiskontierten Wechsel keineswegs so ein wandsfrei, wie dieGrundsätze der Notendeckung verlangen. In dieser Richtungliegen die recht zahlreichen Wechselproteste 2 . Immerhinscheint neuerdings die Reichsbank ihr „Censorenamt" strengerals früher auszuüben. Dies ergiebt mir die briefliche Mit-teilung eines Sachkenners aus einem Hauptplatze der Provinz.Danach läfst die Reichsbank nur Wechsel mit zwei Unter-schriften zum Diskonte zu, „welche von einem aus an-gesehenen und achtbaren Kaufleuten gebildeten Diskont-
1 Nach eingezogener Erkundigung hat „in Bezug auf dieseDiskonte noch niemals eine Beschränkung seitens der Reichsbank statt-gefunden". Sollten neuerdings Bankaccepte nur mit kürzerer Verfalls-zeit an die Reichsbank gelangt sein, so würde dies darauf beruhen,dafs die deutsche Reichsbank in den letzten drei Jahren nicht zumPrivatsatz mehr diskontiert hat und somit die Bankaccepte längererLaufzeit vorwiegend an die Privatdiskonteure gelangt wären. DieserGesichtspunkt fällt für Rufsland weg, da die Reichsbank dort dieniedersten Diskontsätze gewährt.
2 Vergl. Sudeikin a. a. 0. 427.