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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
Entstehung
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Passiva.

Einlagen von Privaten 725 074952 Rubel,

Einlagen von der Krone 242 032 089 Rubel.

Ferner wollen wir der russischen Reiclisbank gegenübernicht vergessen, dafs auch die preufsische Bank bis in die50er Jahre hinein bei Bardeckung oder Überdeckung ihrerNoten ihre Betriebsmittel dem verzinslichen privaten und demstaatlichen Depositum entnahm; erst in der zweiten Hälfte desJahrhunderts trat allmählich an der Stelle der Bardeckungdie »bankmäfsige" Deckung und an Stelle des verzinslichenDepositum die Giroeinlage.

Fragen wir zum Schlufs: welche Mittel hat die russische Reichsbank in ihrer gegenwärtigen Verfassung zur Verteidigungdes Goldumlaufs? Für normale Zeiten ist der sachkundigenStimme aus der russischen Bankwelt Recht zu geben, welchesich mir brieflich also äufsert:Der Diskontsatz der russischen Reichsbank hat im Lande einen entscheidenden Einflufs, um somehr, als der private Diskontsatz gewöhnlich höher ist alsder der Reichsbank. Was die Frage wegen des Abflusses von Goldins Ausland anbetrifft, so ist kaum anzunehmen, dafs es fürdas Ausland bei dem verhältnismäfsig hohen russischen Dis-kontsatz je lohnen wird, aus Rufsland Gold zu beziehen.Eventuell wäre zur Abwehr des Goldabflusses eine Diskont-politik der Reichsbank in Betracht zu ziehen."

Es gilt eben auch für Rufsland der Satz:sofernalle Banknoten in voll haltigem Goldgelde an dengrofsen Verkehrsmittelpunkten wirklich einlös-bar sind, ist es gar nicht zu fürchten, dafs es unserm Landean Goldmünzen jemals mangeln werde" 1 .

Aber zugleich ist hier die Bedingung namhaft gemacht,unter der allein die Diskontpolitik der Centraibank dem Gold-abflufs begegnen kann: Vertrauen des Auslandes, das in dasInland gesandte Goldkapital jeder Zeit in Gold wieder zurück-ziehen zu können. Sollte das Ausland fürchten,in Währungzu geraten", so wird selbst der höchste Diskontsatz kein aus-

1 So Nasse in Hirths Annalen des Deutschen Beichs. 1875, S. 299.