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in Gold bemessen und zwar wurde leitend für diese Bewertungdie Berliner Rubelbörse. Diese Thatsache wurde inRufsland schwer empfunden als Abhängigkeit vom Auslandein einer Angelegenheit, welche auf das Gleichgewicht desBudget wie auf Handel, Produktion und Vermögensver-teilung entscheidend einwirkte. „Es hatte etwas Erbitterndes,auf die Gnade der Berliner Spekulanten angewiesen zusein, welche Regen und Sonnenschein für den Rubelmachten" b
Jene Verstimmungen der 80er Jahre klingen auch heutenoch fort; dagegen ist nach Festigung der Währungsver-hältnisse und Verfall der Berliner Rubelbörse ein ruhigeresUrteil für denkende Russen heute möglich. Da vorliegendesBuch Mifsverständnisse zwischen den beiden benachbartenund aufeinander angewiesenen Volkswirtschaften aus dem Wegezu räumen sucht, so ist eine nachträgliche Prüfung des vielverschrieenen Popanz nicht überflüfsig. Diese Nachprüfungist zugleich wissenschaftlich nicht ohne Interesse, insbesonderebei der Lückenhaftigkeit der deutschen Börsenenquete, welchemich fast ausschliefslich auf den Weg persönlicher Nachfrageverwies. In letzter Linie dient folgender Abschnitt dazu,einen Einblick in die Grundlagen der russischen Goldwährungzu gewinnen und ist daher im Zusammenhang dieses Kapitelsunentbehrlich.
Eines steht von vornherein fest: die von Rufsland schwerempfundene Abhängigkeit vom Auslande in der Kursbemessungder Währung beruhte auf der Thatsache der Papiergeldwirt-schaft selbst. Laienhaft war es, sie der börsenmäfsigenBildung des Rubel preises Schuld zu geben.
Diese Abhängigkeit vom Auslande besteht nicht minder,ja wahrscheinlich in höherem Mafse dort, wo die Noten desPapierwährungslandes im Auslande einen börsenmäfsigenMarkt nicht besitzen. So haben z. B. einzelne Londoner Bankhäuser südamerikanische Währungen über Nacht geworfen
1 So .Raffalovich, Marche finaucier 1894/95, S. 234 ähnlichLorini a. a. 0. S. 78: „Le joug orgueilleux de la bourse de Berlin".