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beziehen uncl werden zu dem Zweck die Mark-Fakturen inrussische Währung übertragen. Die Appoints verkaufen wirhier. Solange der Kurs stabil bleibt, machen wir keine Kurs-transaktionen durch Vorverkäufe. Sollte diese Situation sichändern, so werden wir uns den Kurs durch Vorverkäufesichern, ebenso, wie wir es früher gemacht haben. Das wirdund mufs jeder Kaufmann machen, der nicht will, dafs seinNutzen durch eine plötzliche Kursbaisse zerfliefst." Geradedie Nachgiebigkeit in der Valutafrage scheint öfters einIvampfesmittel der Deutschen gegen den Mitbewerb dritterLänder auf russischem Boden gebildet zu haben. Der Eng-länder verkauft nicht in Papier . Dieses Mittel wäre ohneKursversicherung, also ohne Rubelbörse, unanwendbar gewesen.
Regelmässige Kursversicherung tritt ein, wo ein dauernderGeschäftsverkehr sich entwickelt, der bei aller Unsicherheitdes Einzeleinganges einen ungefähren Durchschnittseingangwahrscheinlich macht. Dies ist besonders dort der Fall, woFilialen europäischer Häuser in Rufsland gegründet werden.Zunächst sind es meist Verkaufsfilialen, häufig werden ausihnen Fabrikations- oder Veredelungsfilialen. Diese Filialenverkaufen in Rubeln . Wo irgend möglich, nehmen sie Kurs-versicherung, so wenn sie mit gröfseren und kapitalkräftigenrussischen Fabriken zu thun haben, beispielsweise als Käufernvon Chemikalien, Maschinen, Baumwolle. Zwecks Kurs-versicherung verkauft die Filiale grofse, runde Rubelbeträgeauf Termin. Man rundet den erwarteten Durchschnittseinganggewöhnlich nach oben auf und überträgt den verbleibendenRest durch Prolongation auf das nächste Vierteljahr, wobeiman sich lediglich mit einer neuen Bankkommission belastet.
Wenn so der deutsch-russische Zahlungsverkehr sich viel-fach des Rubels bedient, so ist auf der andern Seite richtig,dafs, wo immer möglich, das deutsche Ausfuhrhaus seineRechnungen in Reichsmark stellt. Damit fällt das Kursrisikodem Käufer zu. Gröfsere russische Konsumenten, Z .B.Fabriken,landwirtschaftliche Gesellschaften, Grofsgutverwaltungen mögenöfters den Kurs gesichert haben; freilich waren diese Fällewohl nicht zu häufig bei dem Mangel an kaufmännischer