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neuesten Budgets liegt ein weiteres Anwachsen der Ausgabendes Kriegs- und Marineministeriums vor. Für 1899 sind dieAusgaben des Kriegsministeriums auf 323 Millionen, die desMarineministeriums auf 83 Millionen veranschlagt. Zwar weisttrotzdem auch der Voranschlag für 1899 einen Einnahme-überschufs auf; es wird bei der vorsichtigen Vorausberechnungder Einnahmen, wie sie in Rufsland heute üblich ist, dieserÜberschufs wahrscheinlich gröfser sein, als die Schätzung.Nichtsdestoweniger dürfte Rufsland auf die Dauer finanziellaufser stände sein, die aktive asiatische Politik der Gegen-wart mit ihren Anforderungen für Marine- und Kolonial-zwecke, für Hafen- und Bahnbauten mit der gleichzeitigenFortentwicklung jener riesenhaften Landrüstung zu verbinden,welche der gegen Westen gerichtete Panslavismus erforderte.Nach Asien hin ist dieser schwere Panzer unnötig, ja un-verwendbar. Rufsland bedarf vielmehr der regelmäfsigenBudgetüberschüsse insbesondere zur Förderung seiner riesen-haften asiatischen Bahnbauten, welche auf dem Wege desKredits allein nicht herzustellen sind.
Sollten die Ausgaben des Kriegsministeriums in demGeschwindschritt der letzten Jahre weiter zunehmen, so würdedies die ernstesten Bedenken für das Gleichgewicht desrussischen Staatshaushaltes und damit auch den Bestand derWährung wachrufen.
B. Die Entwicklung des Staatskredits unterWischnegradski und Witte.
Die 80er und die erste Hälfte der 90er Jahre war eineZeit des Kapitalangebots und des herabgehenden Zinsfufses.Diejenigen Staaten, welche als volkswirtschaftliche Grofs-mächte anzusehen sind, haben jene Zeit zu Zinsherabsetzungenihrer Staatsschuld benutzt.
Man denke an die* Konversion der englischen 3°/oigenKonsols in 2 8 /* °/o und 2V2 °/oige. 1883 hat Frankreich die5°/oige Rente aus dem letzten Kriege in eine 4Vs °/uige, 1887die ältere 4 1 /2°/oige und einen kleinen Posten 4°/oiger in