Druckschrift 
Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
Entstehung
Seite
570
Einzelbild herunterladen
 

570 -

vorhanden sind, da sind sie unbeweglich. Durch Herhei-ziehung ausländischer Kapitalien wird die Schule des Schutz-zollsystems hilliger. Ein ausgedehnter Zuflufs ausländischerKapitalien nach Rufsland ist nach Möglichkeit zu fördern."

Die Kapitaleinfuhr macht sich auf den verschiedenstenGebieten geltend.

In erster Linie gilt dies vom Gebiete der staatlichenVerschuldung.

Zunächst sickern nach wie vor die Goldanleihen ausRufsland ab, ja heute in verstärktem Mafse; hierauf deutetdie Abnahme der innerhalb Rufslands deponierten Goldwerte,wobei zu berücksichtigen ist, dafs die russischen Kapitalistenfast allgemein die Gewohnheit haben, ihre Effektenbeständebei Banken zu deponieren. Dem offiziellen Finanzboten ent-nehme ich folgende Ziffern 1 :

Davon

Gesamtbetrag

in Kufsland

Nicht registriert

registriert

1. Januar

1893 . .

2138,5

286,6

1851,9

1. Januar

1894 . .

2119,9

224,4

1895,5

1. Januar

1895 . .

2388,6

217,4

2171,3

1. Januar

1896 . .

2249,0

210,6

2038,4

1. Januar

1897 . .

2365,7

192,3

2173,4

1. Januar

1898 . .

2429,4

192,4

2237,0

Sodann kommt in Betracht, dafs die früheren Kredit-anleihen des Staates, die Kreditobligationen der verstaatlichenEisenbahnen und die Pfandbriefe der staatlichen Bodenkredit-banken sich heute in nichts mehr von den älteren Goldanleihendes Staates unterscheiden. Sie sind Goldwerte geworden unddamit internationales Anlagepapier. Ein guter Sachkenner,Th. v. Buck, bezeichnet den Ausflufs der 4°/o Rente alsnotorisch".

1 Die gleiche Statistik hinsichtlich der Kreditanleihen ist wertlos,weil sie die Effektenbestände der Sparkassen nicht berücksichtigt,welche zwar keine Goldwerte, dagegen in grofsen Massen Kreditwertebesitzen.